27.01. – 30.01.2016 Great Ocean Road

Dieser legendäre 230 km lange Küstenabschnitt führte uns an wilde, windgepeitschte Stränden, malerische Kleinstädten, Regenwäldern und Nationalparks vorbei. Aber der Reihe nach:

Tag 1: Von Melbourne nach Apollo Bay

Nach einer Woche lärmenden Citylife und Großstadthektik war es endlich soweit, es ging für uns wieder auf die Straße! Gegen Mittag holten wir voller Vorfreude unseren Camper an der Apollo Station in Melbourne ab und setzten uns Richtung Torquay in Bewegung. Diesmal sogar mit einen Mercedes, der aber –  wie sich später noch herausstellen sollte – in Punkto Bequemlichkeit dem VW gegenüber das Nachsehen hatte. Zumindest das Fahrverhalten des Campers sollte sich aber verbessern!

Torquay ist das Tor zur Great Ocean Road. Außerdem beginnt in Torquay Victorias Surfer-Küste. So ist der malerische Urlaubsort als Surfhochburg bekannt und von berühmten Surf-Stränden – wie dem legendären Bells Beach – umgeben. Der Bells Beach ist nicht nur Schauplatz für einen der bekanntesten Surfer-Filme (Gefährliche Brandung) gewesen, sondern jedes Jahr auch Austragungsort der Rip Curl Easter Pro, dem längsten Surfwettbewerb der Welt.

Leider setzte nach unserer Ankunft wieder mal heftiger Regen ein, so dass wir gerade noch der Versuchung wiederstehen konnten, uns in die tosenden Wellen zu stürzen. Vielmehr vertrieben wir uns die Zeit mit einem Streifzug durch die Surferläden, die uns vor Wind und Wetter schützten. Da sowohl Rip Curl als auch Quicksilver in Torquay gegründet wurden, waren sie ebenso wie ein Surf-Museum prominent vertreten.

Nach dem kurzen Bummel und der Einsicht, dass es auch später nicht weniger regnen würde, fuhren wir dann weiter nach Apollo Bay. Dort sollten wir unser Nachtlager auf einem direkt am Meer gelegenen Campingplatz aufschlagen. Die Fahrt dort hin war gezeichnet von gekokelten Bäumen und Büschen, verbrannter Erde und ein Geruch von Asche, der in der Luft lag. Kaum vorstellbar, dass die Strecke vor Kurzem noch in Flammen stand und gesperrt war. Aber auch unsere erste Begegnung mit Kängurus ereignete sich auf diesem Teilabschnitt. Und zwar auf einem an der Strecke liegenden Golfplatz, den die Beuteltiere zum Grasen aufgesucht hatten. Einige lümmelten sich geradezu hin und machten dadurch den Platz für eine sich nähernde Gruppe von Golfern unbespielbar.

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Tag 2: Von Apollo Bay nach Port Fairy

Der zweite Tag barg einige Highlights. Allen vorweg die zerklüfteten Kalksteinformationen der Twelve Apostels. Plötzlich steht die Küste zu Steinsäulen erstarrt in der tosenden Brandung. Wind und Wetter haben in Jahrhunderten die Küste zurückgedrängt, aber bis zu 60m hohe Felstürme im Meer stehen lassen. Bei den Gibson Steps haben wir eine der wenigen Möglichkeiten genutzt, direkt an den Strand herunterzugehen. Von unten sahen die Felstürme sogar noch imposanter aus und haben uns glatt den Atem verschlagen. Als dann auch noch die Sonne herauskam, war das Naturschauspiel perfekt.

Leider machten wir an diesem Tag zum ersten Mal Bekanntschaft mit den sogenannten „Sand Flies“. Kleine, lästige Fliegen, die sich zur einzigen Aufgabe machen, in Augen, Ohren und Nase zu krabbeln. Der Tag war also geprägt durch den von uns getauften Sandfliegengruß. Denn jeder, der einem entgegenkam, riss die Hand hoch vors Gesicht, um die kleinen Plagegeister zu vertreiben. Und es gab viele davon!

Außerdem war die Erkenntnis des Tages, dass die Great Ocean Road kurz hinter den Twelve Apostels endet (genau genommen bei Peterborough) und unsere weiterführende Strecke durch Wald und Abgeschiedenheit verlief.

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Tag 3: Von Port Fairy nach Robe

Nachdem wir am Morgen durch eine Horde wild fliegender Kakadus geweckt wurden, starteten wir den dritten Tag mit einem schönen, sonnigen Spaziergang auf dem Griffith Island Reserve, ein wunderschönes Naturschutzgebiet bei Port Fairy. Zum ersten Mal hatten wir das Glück, Wallabys zu sehen.

Nach 2 Stunden Wandern ging es dann, mal wieder bei Regen, auf nach Robe. So langsam fing der viele Regen der letzten Tage an zu nerven und zehrte ein wenig an unserer Moral. So hatten wir keine Lust auf große Erkundungstouren, obwohl die Strecke Einiges zu bieten gehabt hätte. Unter anderem die Stadt Mount Gambier, die auf einem erloschenen Vulkan errichtet wurde und von Kraterseen umgeben ist.

Gerettet haben wir den Tag dann doch noch durch ein leckeres Abendessen in einem angesagten Restaurant der Kleinstadt Robe. Natürlich stand Sea Food auf dem Speiseplan, zumal die Gegend für guten Hummer bekannt ist! Den Tisch hat uns freundlicherweise am Nachmittag die Bäckersfrau gebucht, bei der wir einen Kaffee getrunken hatten. Die Leute hier sind so unfassbar nett!

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Tag 4: Von Robe nach Victor Harbor

Am nächsten Morgen wachten wir dann tatsächlich bei Sonnenschein auf. Endlich wieder Sonne, was für ein Segen! Wir nutzen das gute Wetter gleich zu einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Long Beach, an dem der Campingplatz gelegen war.

Wieder zurück auf der Straße, machten wir dann nach kurzer Fahrt in Kingston SE halt, das einen überdimensionalen Hummer als Wahrzeichen hat. Am benachbarten Restaurant nutzen wir sogleich die Gelegenheit, um Salat und Pasta jeweils mit Lobster zu kosten. Gut und lecker gestärkt ging der Ritt dann weiter in Richtung Fleurieu Peninsula, Südaustraliens Holiday Playground. Unser heutiges Ziel, Victor Harbour, hat 7000 Einwohner ist das touristische Zentrum dieser Gegend südlich von Adelaide.

Victor Harbour hat uns als Stadt sehr gut gefallen. Klein, direkt am Wasser und mit viel Leben. Von der Stadt aus gelangt man zu Fuß oder mit der letzten Pferde-Straßenbahn Australiens über einen Steg zu einer kleinen Insel (Granite Island), die man auch schön durchwandern kann. Mit etwas Glück kann man sogar Zwerg-Pinguine sehen. Diesmal hatten wir leider kein Glück, es war trotzdem ein schöner und vor allem sonniger Tag!

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