Part 1: 06.02. – 17.02.16 Indian Ocean Drive

Auf dieser unvergleichlichen Route entlang der Coral Coast von Westaustralien entdeckten wir Strände, Korallenriffe, ursprüngliche Fischerorte und raue Nationalparks.

Tag 1 und 2: Perth – Geraldton

Morgens um 8 Uhr gelandet, begrüßte uns Perth mit schlappen 40 Grad. Auf Nachfrage beim Taxifahrer erfuhren wir, dass der Westen gerade von einer Hitzewelle heimgesucht wird und die nächsten Tage noch schlimmer werden sollten. Es wurden bis zu 44 Grad erwartet. Nach unseren eher durchwachsenen Tagen zuvor eine willkommene Abwechslung, auch wenn es ein paar Grad weniger auch getan hätten.

Nachdem wir unseren Camper also übernommen und uns mit Proviant ausgestattet hatten, starteten wir nach Geraldton, unserem ersten Etappenort an der Westküste. Die Fahrt den Brand Highway hinauf dauerte ca. fünf Stunden. Zwischen Juni und November soll die Region mit leuchtend bunten Wildblumen übersät sein. Da wir Februar haben und die Strecke leider sonst wenig aufregend ist, zog sich die Fahrt doch deutlich. Aber wir waren hochmotiviert und voller Vorfreude auf das, was kommt!

In der Kleinstadt Geraldton am indischen Ozean erwartete uns am Sunset Beach ein toller Campingplatz. Alles schien nach Plan zu laufen, bis am frühen Abend die Motorleuchte unseres Crafters ansprang.  Ein kleines gelbes Licht, das unsere Pläne kurzfristig durcheinanderbringen sollte. Denn weder eine kleine Werkstatt an der nächsten Tankstelle noch der australische “ADAC” konnten uns helfen, da der Fehlercode VW-spezifisch war und nicht ausgelesen werden konnte.

Geralton ist zwar Sitz des letzten VW-Händlers für die nächsten knapp 4000 Kilometer (angeblich in Darwin), so dass man von Glück im Unglück sprechen konnte. Da es jedoch Wochenende war, mussten wir uns notgedrungen auf eine weitere Nacht in Geraldton einrichten und einen Tag Reiseverzug Wohl oder Übel in Kauf nehmen. Zumindest gibt es schlimmer Orte, um zu stranden, als die sogenannte „Sun City“ und einem Campingplatz mit Pool und Strandzugang.

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Tag 3: Geraldton – Carnarvon

Am Montagmorgen suchten wir zeitig VW auf, um den Camper untersuchen zu lassen. Die Analyse ergab einen defekten Sensor am Tank, ein nicht vorrätiges Ersatzteil und die Zusicherung, trotzdem ohne Bedenken unsere Tour in den abgeschiedenen Norden fortsetzen zu können. Glück gehabt! Und so machten wir gegen Mittag schon wieder fleißig Meilen durch einsames und trockenes Wüstenland, in dem es nicht viel zu sehen gab.

In regelmäßigen Abständen kamen uns „Road Trains“, Trucks mit mehreren Hängern von teilweise bis zu 60 Meter Länge, entgegen. Bei Überholmanövern dieser monströsen Lastzüge galt es immer, einen langen Atem zu haben und vor plötzlich auftauchenden Gegenverkehr auf der Hut zu sein.

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir endlich Carnarvon. Dort stießen wir plötzlich wieder auf fruchtbares Land um den Gascoyne River, wo Bananen, Mangos und Papayas in großen Plantagen angebaut wurden.

Den späten Nachmittag verbrachten wir mit einem Ausflug zu den 70 km entfernten Blowholes, wo Wasserfontänen durch Brandungswellen bis zu 20 Meter  Höhe erreichen können. Unseren ursprünglich gefassten Plan, hier an unter dem Sternenhimmel wild zu campen, verwarfen wir jedoch. Denn kurz nach unserer Ankunft wurden wir von einer Vielzahl von Fliegen befallen. Und die Aussicht, zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang Schutz suchend im heißen Camper zu verharren, war nicht sehr reizvoll. Wir hatten diese kleinen Störenfriede wirklich nicht vermisst.

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Tag 4-6: Carnavon – Exmouth

Nach weiteren 4 Stunden Fahrt durch die Wüste trafen wir mittags in Exmouth ein, wo wir die nächsten drei Tage verweilen sollten.

Exmouth ist der nördlichste Punkt unserer Route und exklusiv gelegen zwischen den roten Klippen des Cape Range National Park und dem türkisfarbenen Wasser des Ningaloo Marine Park. Das Ningaloo Reef in Westaustralien ist das längste Saumriff der Welt. Dieses Juwel im Nordwesten galt lange Zeit als Geheimtipp. Denn nirgends sonst kommt ein so großes Korallenriff der Küste so nah. Im flachen Wasser der Lagune schwimmt man an manchen Stellen nur hundert Meter hinaus und ist mitten im Riff in einer schimmernd bunten Unterwasserwelt.

Und so war es naheliegend, dass unser Aufenthalt hier geprägt war von Schnorchelausflügen in Buchten, die Namen trugen wie Sandy Bay, Torquise Bay oder Oyster Stacks. Dabei entdeckten wir neben Riffhaien und Schildkröten wunderschöne Korallen und viele farbenfrohe Fische. Leider hatten wir keine Gelegenheit mit den größten Fischen der Welt, den Walhaien, zu schwimmen. Diese imposanten Meeresbewohner finden erst ab April ihren Weg ins Ningaloo Reef. Für uns war es aber auch so ein einmaliges Erlebnis, das die lange und ermüdende Fahrt hierher auf jeden Fall gerechtfertigt hat.

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Tag 7: Exmouth – Coral Bay

Coral Bay ist ein winziger Ort, der an einer traumhaften Bucht liegt. Auf unserer Strecke dort hin machten wir im Charles Knife Canyon halt, wo wir eine atemberaubende Aussicht auf tief rote Schluchten genossen.

Ansonsten war der Tag eine Kopie der vorherigen Tage, was Faulenzen und Schnorcheln bedeutete.

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Tag 8-9: Coral Bay – Shark Bay

Die heutige Etappe führte uns zunächst 5 Stunden den Highway zurück in Richtung Süden bis wir das Overlander Roadhouse erreichten. Am Roadhouse ging sodann rechts die wohl längste Einbahnstraße West Australiens ab, die zur Halbinsel Peron Peninsula und vorgelagerten Shark Bay hinaufführte.

Die Weiterfahrt endete in Monkey Mia, einem Resort am anderen Ende der Halbinsel. Seit fast 40 Jahren kommen hier Delphine direkt bis an den Strand. Sie haben sich an die Menschen gewöhnt und lassen sich füttern. Mittlerweile sind die Delphine zu einer berühmten Attraktion geworden. Auch wir hatten das Glück, von den Rangern aus einer ganzen Schar von Schaulustigen auserwählt worden zu sein und die Delphine füttern zu dürfen.

Ansonsten unternahmen wir während unserer Zeit vor Ort eine geführte Tour über die Peron Halbinsel. Ein absolutes Highlight! Die Landschaftsbild faszinierte durch das Zusammenspiel von rostrotem Sand der Wüste mit schneeweißen Sand der Küste und türkisblauem Meer. Darüber hinaus konnten wir im seichten Gewässer der Shark Bay zahlreiche Haie, Mantarochen und eine Seekuh beobachten. Wahnsinn!

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Tag 10: Shark Bay – Kalbarri

Zurück auf der Einbahnstraße folgten wir ca. 30km vor dem Overlander Roadhouse einem Hinweisschild zu den Hamelin Pools. Dort wachsen in dem sehr salzreichen Wasser Stromatolithen, sehr betagte Lebewesen, die schon mehr als 3000 Jahre auf dem Buckel haben. Für diese „lebenden Steine“ scheint Zeit keine Rolle zu spielen.  Ein Boardwalk ermöglicht einen Rundgang und den Anblick aus nächster Nähe, nur leider mal wieder begleitet von Fliegen!

Bei Kalbarri, umgeben vom Kalbarri National Park, mündet der Murchison River in den Indischen Ozean. Kaum waren wir dort angekommen, machte der Camper uns wieder Ärger. Die Abzugshaube schien herunterzukommen und hing am seidenen Faden. Zwar konnten wir diese geschickt mit der Teleskopstange für die GoPro stabilisieren, entschieden uns aber dennoch gegen die geplante Erkundung der Murchison River Gorge mit ihren gewaltigen roten Felsen. Denn die Aussichtspunkte ließen sich nur über eine 20km lange Schotterpiste erreichen und unser Vertrauen in den Camper war zumindest einmal auf die Probe gestellt.

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Tag 11: Kalbarri – Cervantes

 An unserem letzten Tag auf dem Indian Ocean Drive verließen wir bei strahlendend blauen Himmel Kalbarri in Richtung Süden.  Dabei bot uns die Küstenstraße des Kalbarri National Parks noch einige Gelegenheiten für Stopps, um die spektakuläre Felsküste zu bewundern.

Am frühen Abend besuchten wir nahe dem beschaulichen Krebsfischerort Cervantes im Nambug National Park die berühmten Pinnacles. Dabei handelt es sich um Sandsteinsäulen, die wie steinerne Nadeln aus dem Wüstensand in den Himmel ragen. Ein eigenartiges Naturschauspiel und ein würdiger Abschluss des ersten Teils unserer Reise durch WA.

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