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Singapur und das Ende einer langen Reise

Nach einem ereignislosen Flug von gerade einmal 5 Stunden kamen wir gegen 23 Uhr Ortszeit in Singapur an. Beim Landeanflug auf Singapur leuchteten uns die zahlreichen vor der Küste Singapurs liegenden Tanker durch die pechschwarze Nacht den Weg. Den Lichtern nach zu urteilen, mussten hier Hunderte von Tankern liegen.

Die Einreiseprozedur war schnell überstanden und das Taxi in die „Innenstadt“ zum Hotel kostete gerade einmal 25 SGD.  Wie wir später noch erfahren sollten, ist Taxi-Fahren das einzig wirklich günstige in der Stadt der Millionäre. Bereits beim Taxifahren zeigte sich schon, dass Singapur keine der typischen von Chaos gezeichneten Städte Asiens ist: Kein Feilschen um den Fahrpreis, keine Diskussion, ob das Taxameter angeschaltet wird, alles schien geordnet und gesittet. Asien für Anfänger!

Dennoch begann der nächste Tag mit der Herausforderung eines typisch asiatischen Frühstücks im Hotel. Wer schon einmal in Asien war, weiß wovon die Rede ist. Mehr oder weniger gut gestärkt machten wir uns sodann auf den Weg in Richtung Little India, dem Brennpunkt indischer Kultur und indischen Lifestyles in Singapur. Hier sollten wir uns mit unserer guten Freundin Babsi treffen und unsere heutige Sightseeing-Tour starten. Dabei ließen wir es zunächst ruhig angehen, denn das Klima hier ist gegenüber Australien mit mehr als 90% Luftfeuchtigkeit extrem. Selbst die kleinste Bewegung wird da zur schweißtreibenden Angelegenheit!

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Wir tauchten ein in die farbenfrohe Welt Indiens und schlenderten vorbei an bunten Häusern, Hindu-Tempeln, indischen Restaurants und Läden. Mit diesen ersten Eindrücken des Tages fuhren wir nach Chinatown. Typische Gassen und Essenstände, aber auch chinesischen Barock gab es zu bestaunen. Eine Ansammlung niedriger Häuser bemalt mit chinesischen Glücksymbolen. Nachdem wir einen einen chinesischen Tempel samt Zahn Buddhas besichtigt hatten, ging es von dort zu Fuß zwischen den Hochhäusern Richtung Marina Bay. In dem Hafenviertel hat man einen schönen Blick auf weitere Hochhäuser und Hotels und den Singapur Flyer, das Riesenrad. Nach dem Umrunden der Bucht erreichten wir das Merlion, eine Skulptur aus Meerjungfrau und Löwe und das alte Wahrzeichen der (Löwen-)Stadt. Auf den Weg dorthin fielen uns die vielen kleinen Skulpturen auf, die überall platziert wurden. Der Grund hierfür ist unserer Vermutung nach in dem Umstand zu suchen, dass die Asiaten doch ein sehr fotografierfreudiges Völkchen sind und man ihnen ständig neue Fotomotive bieten möchte. Als wenn es sonst nicht schon genug in dieser Stadt zu sehen bzw. zu fotografieren gäbe!

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Weiter der Bucht folgend und vorbei an der Tribüne der Formel1-Strecke erreichten wir das Marina Bay Sands, ein 200 Meter hoher Hotel- und Gebäudekomplex. Auf drei energisch geschwungenen und verglasten Türmen liegt wie eine Bett eine 340 Meter lange Dachkonstruktion, die neben einem Pool auch einer Bar mit grandiosem Ausblick ausreichend Platz bietet. Im Gegensatz zum Pool ist die Bar für Jedermann zugänglich, so dass auch wir uns alsbald auf der Dachterrasse wiederfanden und bei einem erfrischenden Bier den Blick aus der Vogelperspektive auf die imposante Skyline und den größten Containerhafen der Welt schweifen ließen. Auf der anderen Seite des Hotels wird Downtown Singapur vom blauschimmernden Ozean eingegrenzt, auf dem hunderte von Frachten die Meerenge passieren und von hier oben aussehen wie Spielzeugschiffe.

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Beeindruckt von der Marina Bay schlenderten wir zum Abschluss des Tages noch durch das Kolonialviertel ehe wir uns auf den Rückweg ins Hotel machten und dort den Tag gemütlich am Pool ausklingen ließen.

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Am Tag der Heimreise entdeckten wir morgens die tropische Seite Singapurs und trafen uns mit Babsi und Freundin zum Frühstück im Botanischen Garten. Anschließend entspannten wir den Rest des Tages am Pool von Basis Condo bis wir traurigen Herzens ob des Abschieds und dem Ende unseres Urlaubs wieder zurück ins Hotel und weiter zum Flughafen mussten.

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Fazit: Singapur ist definitiv mehr als ein Zwischenziel für die ganz langen Reisen nach Australien und Neuseeland. Insbesondere das Zusammenspiel aus Tradition und Moderne beeindruckte uns. Vielen Dank, Babsi, für das schöne Wochenende und dafür, dass Du uns Deine neue Heimat gezeigt hast.

Part 2: 18.02.-27.0216 The Great South West

Auf unserem letzten Reiseabschnitt erforschten wir in Australiens Südwesten traumhafte Weingüter, Surfstrände, uralte Kalksteinhöhlen und gewaltige Karri-Wälder.

Tag 1: Freemantle (18.02.2016)

Den zweiten Teil unseres Wild-West-Abenteuers starteten wir in den geschichtsträchtigen Straßen von Freemantle. Auf dem Weg zum charmanten Freo (wie es von den Einheimischen genannt wird) mussten wir aus dem Norden kommend zunächst die Umgebung von Perth mit seinen modernen Vierteln und Satellitenstädten (residental areas) entlang der Küste nach Süden bis zur Mündung des Swan River durchqueren.

Das Zentrum von Freemantle bot uns mit seinen lebendigen Straßen und den sanierten Docks und Kolonialgebäuden eine willkommene Abwechslung zu den letzten Tagen in der Einöde.

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Tag 2 – 3: Freemantle – Busselton (19.02.-20.02.16)

Nach dem Zwischenstopp in Freemantle ging es für uns am nächsten Morgen weiter in den Südwesten entlang der Gold Coast in Richtung Busselton. Die Strecke war anfangs noch geprägt von Industrie und veränderte sich nach kurzer Zeit zu einem von Obst- und Weideland geprägten Landschaftsbild. Nach den letzten Wochen im wüstenartigen Norden eine völlig neue Erfahrung für uns. Und nicht nur das Klima war kühler, auch von unsere kleinen, lästigen Begleitern aus dem Norden fehlte hier im äußersten Südwesten jegliche Spur!

Unser heutiges Etappenziel, das 1834 gegründete Busselton, ist eine der ältesten Städte in WA und ein beliebter Ferienort. Der 10.000 Einwohner zählende Ort liegt an der sanft geschwungenen Ozeanbucht Geographe Bay. 30km flach abfallender Sandstrand und die vor Wind und Wetter schützende Landzunge „Cape Naturaliste“ sorgen hier für ein sicheres Badevergnügen.

Unser Badespaß ließ allerdings noch etwas auf sich warten, denn wir wanderten nach unserer Ankunft zunächst den 1,8km langen Busselton Jetty entlang. Am Ende des längsten Stegs der Südhalbkugel trafen wir auf das Underwater Observatory. Dort tauchten wir bis zu 9 Meter tief und trockenen Fußes in die Unterwasserwelt ab und bewunderten tropische wie subtropische Fische, Schwämme und Korallenstöcke durch große Fenster.

Wieder zurück auf der Strandpromenade stärkten wir uns mit Fish und Chips bevor wir unsere Erkundungstour fortsetzten. Während die Geographe Bay durch einsame Buchten mit ruhigen und weiten Stränden gekennzeichnet war, donnert an der Westküste zwischen Cape Naturaliste im Norden und Cape Leuewin im Süden die Brandung des indischen Ozeans mit voller Wucht an den Landvorsprung. Die zerklüftete Felsenküste ist daher vor allem in Surferkreisen wegen der perfekten Wellen gefragt. Aber auch als Nicht-Surfer genossen wir die herrliche Küstenlandschaft um das Cape Naturaliste und deckten uns bei dem einen oder anderen Weingut für die kommende Abende ein.

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Tag 4-5: Busselton – Hamelin Bay (21.02. – 22.02.2016)

Der vierte Tag im Südwesten war geprägt durch eine märchenhafte Fahrt von Kap zu Kap auf der Caves Road zwischen dem verträumten Örtchen Yallingup in Norden und Hamelin Bay bei Augusta im Süden.

Auf diesem Teilstück gelangt man innerhalb weniger Kilometer von zahlreichen Weinbergen durch gewaltige Karri- und Jarrahwälder zu anmutenden Surferstränden oder karsten Kalksteinküsten mit hunderten von Höhlensystemen.

Etwa auf halber Strecke machten wir Halt im modernen Margaret River, die wichtigste Stadt der Coast to Coast Küste. Margaret River ist in ganz Australien ein Synonym für hervorragende Qualitätsweine. Neben dem Rebensaft sind es vor allem aber auch die internationalen Surfwettbewerbe, die der Kleinstadt weltweit Bekanntheit verliehen. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass es hier in den Straßen äußerst lebhaft zuging.

Unser Nachtlager schlugen wir am frühen Abend auf einem schönen und schattigen Campingplatz etwas abseits der Zivilisation in der Hamelin Bay auf. Unser Aufenthalt hier stand im Zeichen des Sonnenbadens und der Stachelrochen, die hier im seichten Gewässer schwammen und sich teilweise streicheln ließen. Ein einmaliges Erlebnis!

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Tag 6-7: Hamelin Bay – Albany (23.02. – 24.02.2016)

Am Ende der ersten Woche verließen wir die Westküste und den indischen Ozean und fuhren entlang der Südküste Australiens durch die Southern Forests in Richtung Osten nach Albany. Wahrzeichen dieser dichten Wälder sind neben Karri- und Red Tingle Bäume auch die niedriger gewachsenen Jarrah- und Marri-Bäume. Viele von ihnen sind Hunderte Jahre alt.

Das Herz des Southern Forests ist Pemberton, eine von Wald umgebende Kleinstadt, die das Zentrum der Holzwirtschaft im Südwesten darstellt. Hauptattraktion von Pemberton ist der Gloucester Tree, dessen Stamm man auf einer spiralförmigen Leiter aus Eisenstäben in unglaubliche 61 Metern Höhe hinaufklettern kann. Oben angekommen wartet eine Beobachtungsplattform, von der man einen atemberaubenden Blick über das grüne Dach haben soll. Natürlich nur aufgrund des schlechten Wetters haben wir von diesem schwindelerregenden Aufstieg abgesehen. Safety first!

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Bei der winzigen Küstensiedlung Walpole endete nach einer dreistündigen Autofahrt die Region des Southern Forests. Hier schloss sich in Richtung Osten der Walpole-Nornalup National Park an, dessen Hauptattraktion das Valley of the Giants ist. Dort lassen sich die vier vier seltenen Eukalyptusarten des Südwestens bestaunen, von denen die Tingle Bäume wegen ihres Umfangs (bis zu 16 Metern) besonders beeindruckend sind. Daneben gibt es die Möglichkeit auf dem Tree Top Walk in 40 Meter Höhe zwischen den Baumwipfeln entlang zu spazieren. Wir mussten unseren Besuch aufgrund des schlechten Wetters auf den nächsten Tag verschieben.

Aber auch an diesem Tag hatten wir Pech und es fing just in dem Moment in strömen an zu regnen, in dem wir den Tree Top Walk betraten. Am Vortag gab es ein Unwetter im Süden um die Region um Albany, dessen Auswirkungen wir leider noch heute spürten. Wild entschlossen ließen wir uns aber nicht abhalten, den Weg in die Baumkronen anzutreten.

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Die Weiterfahrt nach Albany entlang der Küste war durch ein besonderes Farb- und Naturschauspiel gekennzeichnet. Die Rinde etlicher am Straßenrand stehender Baumriesen schälte sich ab und die hervorkommenden, nackten Baumstämme schimmerten rötlich, was den verregneten Tag eine besondere Atmosphäre verlieh. Auf halber Strecke machten wir im beschaulichen Denmark Halt, eine mitten im Wald liegende 2500 Seelen-Gemeinde mit einladenden Cafes und kleinen Geschäften. In der Nähe von Denmark besuchten wir den Wiliam Bay National Park mit seinen traumhaften Badebuchten und mächtigen Granitfelsen. Dabei durften wir die riesige Felsformation Elephant Rock, die tatsächlich wie eine gedrängte Elephantenherde aussieht, bewundern.

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Unser Lager schlugen wir die nächsten 2 Nächte in der Emu Bay nahe Albany auf. Albany ist das Zentrum des Südens und mit 34.000 Einwohnern eine regelrechte Großstadt für WA-Verhältnisse.  Der Ort erstreckt sich über mehrere Hügel in einzigartiger Lage an einer riesigen Bucht, die sich zum King George Sound ausweitet.

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Tag 8 -10 Albany – Freemantle/Perth (25.02 – 27.02.2016)

Am frühen Morgen hieß es Einpacken und Abschied nehmen von Albany und dem Südwesten Australiens. Vor uns lag eine fünfstündige Autofahrt in Richtung Perth, wo wir unsere Australien-Reise ausklingen lassen wollten.

Die Fahrt verlief wenig spektakulär und ohne Erwähnenswertes, aber auch ohne Probleme. Wir fuhren immer gerade aus, kaum eine Kurve und kaum ein Auto. Einzig die grüne Landschaft und Straßenbauarbeiten brachten etwas Abwechslung. Die Australier scheinen ihre Straßen zu lieben, denn Stopps wegen „Road Works gab es so einige. Und selbst bei der kleinsten Arbeit wurde eine Fahrbahnrichtung bereits Kilometer vor der eigentlichen Baustelle komplett gesperrt, was den Verkehrsfluss doch erheblich in Stocken brachte. Aber man ist ja entspannt hier im Land der Kuriositäten und Gegensätze.

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Nach einem kurzen Zwischenstopp in Freemantle erreichten wir am nächsten Morgen bei bestem Wetter Perth. Perth gilt als eine der abgeschiedensten Großstädte Australien, wenn nicht gar der ganzen Welt. Adelaide ist 2700km entfernt, Melbourne rund 3900km. Dennoch muss die flächenmäßig riesige Stadt (Perth erstreckt sich von Süd nach Nord über 90km, von West nach Ost misst die Stadt 40km) keinesfalls den Vergleich mit den anderen Metropolen scheuen. Die moderne Skyline der drittgrößten australischen Stadt vermischt sich wunderbar mit kolonialer Architektur. Trotz des starken Wachstums ist Perth eine gemütliche Stadt geblieben. Die grünen Parks, der Swan River inmitten der City und die kilometerlangen Strände tragen ihr Übriges zum Reiz der Stadt bei.

Angekommen in Perth kümmerten wir uns zunächst um die Rückgabe des Campers, bevor wir in die City zu unserem Hotel aufbrachen. Das Miss Maud Swedish Hotel, so viel sei schon jetzt verraten, war einfach super. Nicht nur die Lage in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone, auch Zimmer und Essen ließen keine Wünsche offen.

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Da auch hier die Innenstadt dank der rechtwinklig angelegten Straßen sehr kompakt und übersichtlich ist, machten wir uns zu Fuß auf Erkundungstour, obwohl Gratisbusse (CAT) die meisten Sehenswürdigkeiten abfahren.  Wir starteten unseren Ausflug im Einkaufsbereich der City zwischen Hay Street und Murray Street, wo zahlreiche Passagen verlaufen. Die bekannteste Passage ist der „London Court“, eine mittelalterliche Gasse mit auf alt getrimmten Häusern im Tudorstil, in der zahlreiche Cafés und Souvenirläden zu finden sind.

Von der Fußgängerzone verschlug es uns in Richtung Wasser. Auf dem kurzen Weg zum Swan River marschierten wir an markanten Gebäuden vorbei. Dabei bildeten die vielen kolonialen Bauten wie die St. George Cathedral einen reizvollen Gegensatz zu den Hochhäusern mit ihren modernen Glasfassaden.  Nachdem wir die Supreme Court Gardens mit dem Landesgericht und dem Old Court House aus dem 19. Jahrhundert durchquert hatten, erreichten wir den Riverside Drive.

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Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckten wir das Uferviertel Elisabeth Quay: Die An- und Ablegestelle „Barrak Square“ für Fähren nach South Perth und Freemantle und für Ausflugsschiffe zur Insel Rottnest und zu den Weingütern am Swan River; den  hypermodernen Glockenturm Swan Bells; Cafes und Restaurants der Barrack Street Jetty mit Blick auf den breiten Flusslauf.

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Bevor wir den Tag mit einem vorzüglichen Abendessen bei uns im Hotel haben ausklingen lassen, unternahmen wir am späten Nachmittag noch einen Ausflug in den Kings Park, einem erhöhten Park- und Waldgebiet, das auch den Botanischen Garten einschließt. Von hier hatten wir einen traumhaften Blick auf den Swan River und die Skyline der Stadt.

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Der nächste und letzte Tag auf dem roten Kontinent war geprägt von entspannten Streifzügen durch die Stadt ehe wir uns am späten Abend auf den Weg in Richtung Singapur begaben.

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Australien war für wahr ein Land der Überraschungen und unerwarteten Wunder. Und seltsamer Tiere, vor denen uns auf gelben Verkehrsschildern gewarnt wurde.

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Good Bye „Down Under“, es war wirklich schön mit Dir!

Planet WA

In Western Australia, von allen nur knapp WA genannt, erwartete uns das „wahre Australien“. Natur pur, zwölfeinhalbtausend Kilometer traumhaft schöne Meeresküste, malerische Gorges, rostroter Sand, tolle Nationalparks, endlose Weiten, Weinanbau, Giant Trees und authentische Aussie-Mentalität. Einer Redensart zufolge kennt Niemand Australien, bevor er nicht in Westaustralien war!

Unser Aufeinandertreffen mit WA vollzog sich dabei in zwei Teilen: Im ersten Teil ging es für uns den Indian Ocean Drive entlang von Perth in den Norden zum Ningaloo Reef. Den zweiten Teil unserer Wild-West-Erfahrung machten wir im Great South West, dem Weinanbaugebiet um die Region Margaret River herum.

Part 1: 06.02. – 17.02.16 Indian Ocean Drive

Auf dieser unvergleichlichen Route entlang der Coral Coast von Westaustralien entdeckten wir Strände, Korallenriffe, ursprüngliche Fischerorte und raue Nationalparks.

Tag 1 und 2: Perth – Geraldton

Morgens um 8 Uhr gelandet, begrüßte uns Perth mit schlappen 40 Grad. Auf Nachfrage beim Taxifahrer erfuhren wir, dass der Westen gerade von einer Hitzewelle heimgesucht wird und die nächsten Tage noch schlimmer werden sollten. Es wurden bis zu 44 Grad erwartet. Nach unseren eher durchwachsenen Tagen zuvor eine willkommene Abwechslung, auch wenn es ein paar Grad weniger auch getan hätten.

Nachdem wir unseren Camper also übernommen und uns mit Proviant ausgestattet hatten, starteten wir nach Geraldton, unserem ersten Etappenort an der Westküste. Die Fahrt den Brand Highway hinauf dauerte ca. fünf Stunden. Zwischen Juni und November soll die Region mit leuchtend bunten Wildblumen übersät sein. Da wir Februar haben und die Strecke leider sonst wenig aufregend ist, zog sich die Fahrt doch deutlich. Aber wir waren hochmotiviert und voller Vorfreude auf das, was kommt!

In der Kleinstadt Geraldton am indischen Ozean erwartete uns am Sunset Beach ein toller Campingplatz. Alles schien nach Plan zu laufen, bis am frühen Abend die Motorleuchte unseres Crafters ansprang.  Ein kleines gelbes Licht, das unsere Pläne kurzfristig durcheinanderbringen sollte. Denn weder eine kleine Werkstatt an der nächsten Tankstelle noch der australische “ADAC” konnten uns helfen, da der Fehlercode VW-spezifisch war und nicht ausgelesen werden konnte.

Geralton ist zwar Sitz des letzten VW-Händlers für die nächsten knapp 4000 Kilometer (angeblich in Darwin), so dass man von Glück im Unglück sprechen konnte. Da es jedoch Wochenende war, mussten wir uns notgedrungen auf eine weitere Nacht in Geraldton einrichten und einen Tag Reiseverzug Wohl oder Übel in Kauf nehmen. Zumindest gibt es schlimmer Orte, um zu stranden, als die sogenannte „Sun City“ und einem Campingplatz mit Pool und Strandzugang.

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Tag 3: Geraldton – Carnarvon

Am Montagmorgen suchten wir zeitig VW auf, um den Camper untersuchen zu lassen. Die Analyse ergab einen defekten Sensor am Tank, ein nicht vorrätiges Ersatzteil und die Zusicherung, trotzdem ohne Bedenken unsere Tour in den abgeschiedenen Norden fortsetzen zu können. Glück gehabt! Und so machten wir gegen Mittag schon wieder fleißig Meilen durch einsames und trockenes Wüstenland, in dem es nicht viel zu sehen gab.

In regelmäßigen Abständen kamen uns „Road Trains“, Trucks mit mehreren Hängern von teilweise bis zu 60 Meter Länge, entgegen. Bei Überholmanövern dieser monströsen Lastzüge galt es immer, einen langen Atem zu haben und vor plötzlich auftauchenden Gegenverkehr auf der Hut zu sein.

Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir endlich Carnarvon. Dort stießen wir plötzlich wieder auf fruchtbares Land um den Gascoyne River, wo Bananen, Mangos und Papayas in großen Plantagen angebaut wurden.

Den späten Nachmittag verbrachten wir mit einem Ausflug zu den 70 km entfernten Blowholes, wo Wasserfontänen durch Brandungswellen bis zu 20 Meter  Höhe erreichen können. Unseren ursprünglich gefassten Plan, hier an unter dem Sternenhimmel wild zu campen, verwarfen wir jedoch. Denn kurz nach unserer Ankunft wurden wir von einer Vielzahl von Fliegen befallen. Und die Aussicht, zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang Schutz suchend im heißen Camper zu verharren, war nicht sehr reizvoll. Wir hatten diese kleinen Störenfriede wirklich nicht vermisst.

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Tag 4-6: Carnavon – Exmouth

Nach weiteren 4 Stunden Fahrt durch die Wüste trafen wir mittags in Exmouth ein, wo wir die nächsten drei Tage verweilen sollten.

Exmouth ist der nördlichste Punkt unserer Route und exklusiv gelegen zwischen den roten Klippen des Cape Range National Park und dem türkisfarbenen Wasser des Ningaloo Marine Park. Das Ningaloo Reef in Westaustralien ist das längste Saumriff der Welt. Dieses Juwel im Nordwesten galt lange Zeit als Geheimtipp. Denn nirgends sonst kommt ein so großes Korallenriff der Küste so nah. Im flachen Wasser der Lagune schwimmt man an manchen Stellen nur hundert Meter hinaus und ist mitten im Riff in einer schimmernd bunten Unterwasserwelt.

Und so war es naheliegend, dass unser Aufenthalt hier geprägt war von Schnorchelausflügen in Buchten, die Namen trugen wie Sandy Bay, Torquise Bay oder Oyster Stacks. Dabei entdeckten wir neben Riffhaien und Schildkröten wunderschöne Korallen und viele farbenfrohe Fische. Leider hatten wir keine Gelegenheit mit den größten Fischen der Welt, den Walhaien, zu schwimmen. Diese imposanten Meeresbewohner finden erst ab April ihren Weg ins Ningaloo Reef. Für uns war es aber auch so ein einmaliges Erlebnis, das die lange und ermüdende Fahrt hierher auf jeden Fall gerechtfertigt hat.

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Tag 7: Exmouth – Coral Bay

Coral Bay ist ein winziger Ort, der an einer traumhaften Bucht liegt. Auf unserer Strecke dort hin machten wir im Charles Knife Canyon halt, wo wir eine atemberaubende Aussicht auf tief rote Schluchten genossen.

Ansonsten war der Tag eine Kopie der vorherigen Tage, was Faulenzen und Schnorcheln bedeutete.

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Tag 8-9: Coral Bay – Shark Bay

Die heutige Etappe führte uns zunächst 5 Stunden den Highway zurück in Richtung Süden bis wir das Overlander Roadhouse erreichten. Am Roadhouse ging sodann rechts die wohl längste Einbahnstraße West Australiens ab, die zur Halbinsel Peron Peninsula und vorgelagerten Shark Bay hinaufführte.

Die Weiterfahrt endete in Monkey Mia, einem Resort am anderen Ende der Halbinsel. Seit fast 40 Jahren kommen hier Delphine direkt bis an den Strand. Sie haben sich an die Menschen gewöhnt und lassen sich füttern. Mittlerweile sind die Delphine zu einer berühmten Attraktion geworden. Auch wir hatten das Glück, von den Rangern aus einer ganzen Schar von Schaulustigen auserwählt worden zu sein und die Delphine füttern zu dürfen.

Ansonsten unternahmen wir während unserer Zeit vor Ort eine geführte Tour über die Peron Halbinsel. Ein absolutes Highlight! Die Landschaftsbild faszinierte durch das Zusammenspiel von rostrotem Sand der Wüste mit schneeweißen Sand der Küste und türkisblauem Meer. Darüber hinaus konnten wir im seichten Gewässer der Shark Bay zahlreiche Haie, Mantarochen und eine Seekuh beobachten. Wahnsinn!

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Tag 10: Shark Bay – Kalbarri

Zurück auf der Einbahnstraße folgten wir ca. 30km vor dem Overlander Roadhouse einem Hinweisschild zu den Hamelin Pools. Dort wachsen in dem sehr salzreichen Wasser Stromatolithen, sehr betagte Lebewesen, die schon mehr als 3000 Jahre auf dem Buckel haben. Für diese „lebenden Steine“ scheint Zeit keine Rolle zu spielen.  Ein Boardwalk ermöglicht einen Rundgang und den Anblick aus nächster Nähe, nur leider mal wieder begleitet von Fliegen!

Bei Kalbarri, umgeben vom Kalbarri National Park, mündet der Murchison River in den Indischen Ozean. Kaum waren wir dort angekommen, machte der Camper uns wieder Ärger. Die Abzugshaube schien herunterzukommen und hing am seidenen Faden. Zwar konnten wir diese geschickt mit der Teleskopstange für die GoPro stabilisieren, entschieden uns aber dennoch gegen die geplante Erkundung der Murchison River Gorge mit ihren gewaltigen roten Felsen. Denn die Aussichtspunkte ließen sich nur über eine 20km lange Schotterpiste erreichen und unser Vertrauen in den Camper war zumindest einmal auf die Probe gestellt.

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Tag 11: Kalbarri – Cervantes

 An unserem letzten Tag auf dem Indian Ocean Drive verließen wir bei strahlendend blauen Himmel Kalbarri in Richtung Süden.  Dabei bot uns die Küstenstraße des Kalbarri National Parks noch einige Gelegenheiten für Stopps, um die spektakuläre Felsküste zu bewundern.

Am frühen Abend besuchten wir nahe dem beschaulichen Krebsfischerort Cervantes im Nambug National Park die berühmten Pinnacles. Dabei handelt es sich um Sandsteinsäulen, die wie steinerne Nadeln aus dem Wüstensand in den Himmel ragen. Ein eigenartiges Naturschauspiel und ein würdiger Abschluss des ersten Teils unserer Reise durch WA.

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04.02. – 06.02.16 Adelaide

„Südaustraliens ruhige Hauptstadt“

Zurück auf dem Festland haben wir unsere „Zelte“ zunächst in Cape Jervis für eine Nacht aufgeschlagen, bevor wir am nächsten Morgen ausgeruht und voller Tatendrang nach Adelaide aufgebrochen sind. Die Strecke verlief an einem sonnigen Morgen auf der Fleurieu-Halbinsel wunderschön entlang der Küste.

Adelaide, fünftgrößte Stadt Australiens und Hauptstadt Süd-Australiens genießt heute den Ruf einer internationalen Kulturmetropole. Neben der Bezeichnung „Festival City“ wird Adelaide als Weinstadt Australiens oder als Stadt der Kirchen betitelt. Daneben ist die elegante Stadt mit kolonialem Flair auch für hervorragende Ess- und Kneipenkultur bekannt.

An uns ist zugegebenermaßen das einzigartige Kulturangebot der Stadt Großteils vorbeigegangen; wir haben es noch nicht einmal wirklich auf die Kulturmeile „North Terrace“ geschafft, die Heimat vieler wichtiger Museen und einer Reihe Sehenswürdigkeiten ist. Stattdessen sollten die zwei Tage ganz im Zeichen der Entspannung und dem Nichtstun liegen.

Und dafür erwies sich Adelaide als ideal, denn Adelaide ist trotz ihrer 1 Mio. Einwohner eine gemütliche Großstadt. So entspannten wir kurz nach unserer Ankunft bei einem gemütlichen und planlosen Streifzug durch die quadratisch angelegte Innenstadt.

Als Erstes besuchten wir den Central Market, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Hier fanden wir allerhand Köstlichkeiten von frischen Früchten über Gemüse bis hin zu Käse, Wein und weiteren Lebensmitteln.

Beim Schlendern durch die Stadt waren wir wieder mal (wie bereits in Sydney und Melbourne) begeistert von den Parks. Der Stadtkern von Adelaide ist umgeben von einem Grüngürtel und dem gemächlich dahinfließenden Torrens River.

Später ging es weiter auf die Rundle Street, der Haupteinkaufsstraße von Adelaide.  Das Ergebnis unseres Stadtbummels hier waren vier CDs (David Bowie, Bob Dylan, The Band und Adele), die uns auf unseren langen Touren im wilden Westen noch gute Unterhaltung bringen würden.

Weiter entlang der Rundle Street, der Haupteinkaufsstraße, gelangten wir in das „East End“. Während sich früher auf dem Areal der Central Market befand, siedeln sich heute in dem Trendviertel immer mehr Geschäfte und Cafés an. Wer hier Zeit verbringt, ist auf der Suche nach etwas Ausgefallenem.  Uns führte der Weg hingegen allmählich wieder zurück ins Hotel, wo wir uns die nächsten zwei Nächte nach den Strapazen mit dem Camper auf das bequeme Bett freuten.

Der nächste Tag sollte uns noch mehr Erholung bringen. Wir unternahmen mit der Tram eine halbstündige Fahrt vom Victoria Square zum Badevorort Glenelg. Dort schlürften wir genussvoll einen Flat White mit Meerblick und beobachteten das lebhafte Treiben am Strand.

Und so neigten sich zwei gemütliche Tage in einer ruhigen Stadt langsam dem Ende zu.

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31.01. – 03.02.16 Kangaroo Island

„Wild Life“

Die Wildnis ruft! Unsere Reise führte uns heute nach K-Island, die für ihre Vielfalt an Tierarten, unberührte Natur und Traumstrände bekannt ist.  K-Island ist die drittgrößte Insel Australiens und liegt rund 100 km südwestlich von Adelaide. Sie ist 145 km lang, bis zu 60 km breit und hat 4200 Einwohner. Man könnte also sagen, die Insel ist recht dünn besiedelt.

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Bevor wir allerdings einen Fuß auf die Insel setzten konnten, galt es an einem leicht bedeckten Morgen die etwas schauklige Überfahrt mit der Fähre von Cape Jervis nach Penneshaw, dem Ankunftsort auf K-Island, zu überstehen. Diesmal ohne Probleme!

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Angekommen auf K-Island haben wir sogleich Fahrt aufgenommen, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Unser Nachtlager sollten wir für die nächsten zwei Tage auf der anderen Seite der Insel (Süd-Westen) im ca. 120km entfernten Western K.I. Caravan Park mitten in der Wildnis aufschlagen. Und die Fahrt entlang der South Coast Road sollte es in sich haben:  Die Strecke war gespickt mit vielen einsamen Buchten und Stränden. Allerdings waren die Straßen nicht überall befestigt, so dass unser Camper auf Herz und Nieren geprüft wurde; aber den Test mit Bravur bestanden hat!

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Fährt man die Straße vom Fährhafen in Richtung Kingscote (größte Siedlung der Insel), so kommt man nach ein paar Kilometern am Island Beach vorbei, an dem wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten. Der Strand – wie alle anderen auch – lag abseits der „Hauptstraße“ und war nur über einen unbefestigten Weg durch den Busch erreichbar. Aber unsere Beschwerlichkeiten wurden belohnt. Auf uns wartete ein menschenleerer Strand mit feinem, weißen Sand und türkis-blauen, glasklaren Wasser.  Und dann – kaum zu glauben – schwammen doch tatsächlich zwei Delfine in Küstennähe durch die Bucht. Wir konnten unser Glück kaum fassen und fühlten uns wie im Paradies.

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Und im Anschluss warteten gleich zwei weitere Strände der Superlative auf uns. Dabei ist Pennington Bay im Süden der Insel extrem beliebt bei Surfern. Die Bucht hat einen weißen Sandstrand zwischen stark erodierten Felsen und es herrscht eine starke Strömung. In Vivonne Bay hingegen – auch an der Südküste, aber weiter im Westen – liegt das Wasser ruhig in der Bucht und überzeugt durch seine Farbe und den Korallen.

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Bevor wir den Campingplatz erreichten und der Tag sich langsam dem Ende neigte, besuchten wir noch eine Vogelschau. Man konnte unter anderem Eulen, Falken, Bussarde und Adler von Nahem sehen und sogar „halten“, wenn man sich denn traute. Wirklich nett gemacht.

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Genau wie unser Campingplatz, wo sich die Tierwelt uns ungezügelt präsentierte. Denn abends beim Gläschen Wein im Campingstuhl suchten uns Kängurus, Wallabys und Possums heim und kamen auf Tuchfühlung an uns heran. Natürlich in der Hoffnung, etwas Essbares abzustauben. Aber nicht mit uns! Außerdem gab es um den Campingplatz herum mehrere Koalas, Hühnergänse und Enchidas. Enchidas haben wir zum allerersten Mal gesehen. Sie sehen von Weitem aus wie Igel und schaufeln die Erde auf der Suche nach Nahrung wie ein Bagger zur Seite. Witzig anzusehen! Und beim Baggern scheinen die lieben Tiere alles um sich herum zu vergessen, so dass wir uns ihnen gut nähern konnten. Nachdem wir bisher fast nur tote Kängurus auf den Straßen gesehen hatten, war es für uns ebenfalls ein schönes Erlebnis, die Beuteltiere in freier Wildbahn so zahlreich und vor allem quicklebendig herumhüpfen zu sehen.

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Am zweiten Tag stand der angrenzende Flinders Chase National Park auf dem Programm. Wir starteten unsere Tour mit einer Schnabeltiersuche. In der Nähe des Visitor Centers am Anfang des Parks startet der Wanderweg „Platypus Lookout“. Mit ein bisschen Glück und Ruhe soll man angeblich die Tiere beobachten können. Wir hatten leider weder das Eine noch das Andere und hätten uns am liebsten den wenig attraktiven Weg 2 Stunden durch den Busch erspart.

Doch unser Tag hatte noch ein paar wirkliche Highlights zu bieten. Zunächst ging es zu den Remarkable Rocks. Wenige Minuten nach unserer Schlappe mit dem Schnabeltier liefen wir mitten durch beeindruckende Felsformationen an einer Steilküste. Wind und Wetter sowie Salzwasser haben über Jahrhunderte diese eigenwillig geformten Felsböcke entstehen lassen. Besonders hat uns das Farbspiel der teilweise rötlich gefärbten Felsen und dem blauen Meer im Hintergrund gefallen.

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Unweit dieser eigenartigen Felsformationen findet sich mit der sogenannten Admirals Arch eine Naturbrücke, die sich New Zealand Seals in großen Mengen zur Heimat gemacht haben. Die Pelzrobben sind ziemlich aktiv: sie schwimmen, springen und käbbeln sich wie die Weltmeister in den Wellen. Wir hätten noch Stunden dort verweilen und uns das Spektakel ansehen können.

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Der dritte Tag startet mal wieder mit Regen, Regen, Regen. Als wenn wir ihn schon fast vermisst hätten. Der Besuch eines Weinguts sollte uns den Tag retten. Aber nach 6km Offroad durch roten Sand standen wir vor geschlossener Türe und durften als weitere Belohnung erstmal das Auto waschen. Denn so hätten wir es niemals zurückgeben können. Auch Kingscote, wo wir die dritte Nacht auf der Insel verbrachten, wusste uns nicht zu überzeugen. Und so haben wir uns dazu entschlossen, dass dieser Tag der Entspannung im Camper dienen sollte und ein gutes Buch ja auch was für sich hat.

Unser Fazit:

K-Island ist eine Insel der Superlative. So viele Highlights hatten wir wahrlich nicht erwartet. Neben paradiesische Buchten gibt es viele einheimische Tiere in ihrer natürlichen Lebensumgebung zu entdecken. Trotzdem hätten zwei Nächte auf der Insel ausgereicht, was aber auch dem schlechten Wetter am Ende geschuldet sein kann. So oder so ist die Insel einen Besuch wert!

Zurück auf dem Festland am nächsten Tag ging für uns die Reise weiter nach Adelaide.

27.01. – 30.01.2016 Great Ocean Road

Dieser legendäre 230 km lange Küstenabschnitt führte uns an wilde, windgepeitschte Stränden, malerische Kleinstädten, Regenwäldern und Nationalparks vorbei. Aber der Reihe nach:

Tag 1: Von Melbourne nach Apollo Bay

Nach einer Woche lärmenden Citylife und Großstadthektik war es endlich soweit, es ging für uns wieder auf die Straße! Gegen Mittag holten wir voller Vorfreude unseren Camper an der Apollo Station in Melbourne ab und setzten uns Richtung Torquay in Bewegung. Diesmal sogar mit einen Mercedes, der aber –  wie sich später noch herausstellen sollte – in Punkto Bequemlichkeit dem VW gegenüber das Nachsehen hatte. Zumindest das Fahrverhalten des Campers sollte sich aber verbessern!

Torquay ist das Tor zur Great Ocean Road. Außerdem beginnt in Torquay Victorias Surfer-Küste. So ist der malerische Urlaubsort als Surfhochburg bekannt und von berühmten Surf-Stränden – wie dem legendären Bells Beach – umgeben. Der Bells Beach ist nicht nur Schauplatz für einen der bekanntesten Surfer-Filme (Gefährliche Brandung) gewesen, sondern jedes Jahr auch Austragungsort der Rip Curl Easter Pro, dem längsten Surfwettbewerb der Welt.

Leider setzte nach unserer Ankunft wieder mal heftiger Regen ein, so dass wir gerade noch der Versuchung wiederstehen konnten, uns in die tosenden Wellen zu stürzen. Vielmehr vertrieben wir uns die Zeit mit einem Streifzug durch die Surferläden, die uns vor Wind und Wetter schützten. Da sowohl Rip Curl als auch Quicksilver in Torquay gegründet wurden, waren sie ebenso wie ein Surf-Museum prominent vertreten.

Nach dem kurzen Bummel und der Einsicht, dass es auch später nicht weniger regnen würde, fuhren wir dann weiter nach Apollo Bay. Dort sollten wir unser Nachtlager auf einem direkt am Meer gelegenen Campingplatz aufschlagen. Die Fahrt dort hin war gezeichnet von gekokelten Bäumen und Büschen, verbrannter Erde und ein Geruch von Asche, der in der Luft lag. Kaum vorstellbar, dass die Strecke vor Kurzem noch in Flammen stand und gesperrt war. Aber auch unsere erste Begegnung mit Kängurus ereignete sich auf diesem Teilabschnitt. Und zwar auf einem an der Strecke liegenden Golfplatz, den die Beuteltiere zum Grasen aufgesucht hatten. Einige lümmelten sich geradezu hin und machten dadurch den Platz für eine sich nähernde Gruppe von Golfern unbespielbar.

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Tag 2: Von Apollo Bay nach Port Fairy

Der zweite Tag barg einige Highlights. Allen vorweg die zerklüfteten Kalksteinformationen der Twelve Apostels. Plötzlich steht die Küste zu Steinsäulen erstarrt in der tosenden Brandung. Wind und Wetter haben in Jahrhunderten die Küste zurückgedrängt, aber bis zu 60m hohe Felstürme im Meer stehen lassen. Bei den Gibson Steps haben wir eine der wenigen Möglichkeiten genutzt, direkt an den Strand herunterzugehen. Von unten sahen die Felstürme sogar noch imposanter aus und haben uns glatt den Atem verschlagen. Als dann auch noch die Sonne herauskam, war das Naturschauspiel perfekt.

Leider machten wir an diesem Tag zum ersten Mal Bekanntschaft mit den sogenannten „Sand Flies“. Kleine, lästige Fliegen, die sich zur einzigen Aufgabe machen, in Augen, Ohren und Nase zu krabbeln. Der Tag war also geprägt durch den von uns getauften Sandfliegengruß. Denn jeder, der einem entgegenkam, riss die Hand hoch vors Gesicht, um die kleinen Plagegeister zu vertreiben. Und es gab viele davon!

Außerdem war die Erkenntnis des Tages, dass die Great Ocean Road kurz hinter den Twelve Apostels endet (genau genommen bei Peterborough) und unsere weiterführende Strecke durch Wald und Abgeschiedenheit verlief.

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Tag 3: Von Port Fairy nach Robe

Nachdem wir am Morgen durch eine Horde wild fliegender Kakadus geweckt wurden, starteten wir den dritten Tag mit einem schönen, sonnigen Spaziergang auf dem Griffith Island Reserve, ein wunderschönes Naturschutzgebiet bei Port Fairy. Zum ersten Mal hatten wir das Glück, Wallabys zu sehen.

Nach 2 Stunden Wandern ging es dann, mal wieder bei Regen, auf nach Robe. So langsam fing der viele Regen der letzten Tage an zu nerven und zehrte ein wenig an unserer Moral. So hatten wir keine Lust auf große Erkundungstouren, obwohl die Strecke Einiges zu bieten gehabt hätte. Unter anderem die Stadt Mount Gambier, die auf einem erloschenen Vulkan errichtet wurde und von Kraterseen umgeben ist.

Gerettet haben wir den Tag dann doch noch durch ein leckeres Abendessen in einem angesagten Restaurant der Kleinstadt Robe. Natürlich stand Sea Food auf dem Speiseplan, zumal die Gegend für guten Hummer bekannt ist! Den Tisch hat uns freundlicherweise am Nachmittag die Bäckersfrau gebucht, bei der wir einen Kaffee getrunken hatten. Die Leute hier sind so unfassbar nett!

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Tag 4: Von Robe nach Victor Harbor

Am nächsten Morgen wachten wir dann tatsächlich bei Sonnenschein auf. Endlich wieder Sonne, was für ein Segen! Wir nutzen das gute Wetter gleich zu einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Long Beach, an dem der Campingplatz gelegen war.

Wieder zurück auf der Straße, machten wir dann nach kurzer Fahrt in Kingston SE halt, das einen überdimensionalen Hummer als Wahrzeichen hat. Am benachbarten Restaurant nutzen wir sogleich die Gelegenheit, um Salat und Pasta jeweils mit Lobster zu kosten. Gut und lecker gestärkt ging der Ritt dann weiter in Richtung Fleurieu Peninsula, Südaustraliens Holiday Playground. Unser heutiges Ziel, Victor Harbour, hat 7000 Einwohner ist das touristische Zentrum dieser Gegend südlich von Adelaide.

Victor Harbour hat uns als Stadt sehr gut gefallen. Klein, direkt am Wasser und mit viel Leben. Von der Stadt aus gelangt man zu Fuß oder mit der letzten Pferde-Straßenbahn Australiens über einen Steg zu einer kleinen Insel (Granite Island), die man auch schön durchwandern kann. Mit etwas Glück kann man sogar Zwerg-Pinguine sehen. Diesmal hatten wir leider kein Glück, es war trotzdem ein schöner und vor allem sonniger Tag!

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24.01.-26.01.16 Melbourne

„Die Rivalin!“

Sydney hat die Oper, Melbourne den Federation Square! … und die Australian Open! Und da man auf dem Federation Sqaure auf einer Großbildleinwand wunderbar die Australian Open schauen konnte, sollte dieser von futuristischen Gebäuden umgebene Marktplatz zu unserer zentralen Anlaufstelle der nächsten Tage werden. Sonne, Liegestühle, Kaffee und Weltklassetennis. Einfach Perfekt!

Melbourne lohnt aber auch aus anderen Gründen einen Besuch:  Die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und Erzrivalin von Sydney zeichnet sich durch kulturelle Vielfalt aus. So hatten wir von unserem Dreh- und Angelpunkt, dem Federation Square, ebenfalls die Flinders Railway Station fest im Blick. Einen Bahnhofspalast mit imposanten Kuppeldach, der schon alleine durch seinen ockerfarbigen Anstrich ins Auge fällt. Doch an unserem ersten Tag kehrten wir vom „Flinders“ aus gesehen der Innenstadt erst einmal den Rücken und spazierten den Yarra River entlang in Richtung Australian Open (Festival) und Botanischen Garten. Dabei zeigten sich die Flussufer des Yarra Rivers als Spielwiese der Stadt und wurde von vielen Melbournites zum Picknick genutzt.

Nach unserem erholsamen Spaziergang durch die grüne Lunge Melbournes machten wir am frühen Abend noch schnell einen Abstecher zum nahe gelegen Eureka Tower, bevor es wieder zurück ins Hotel ging. Hier ging es für uns auf den 88. Stock. Wie in Sydney bot sich uns ein fantastischer Ausblick auf die Stadt. Der Weg zurück ins Hotel führte im Anschluss wieder entlang des Yarra Rivers, nur diesmal in umgekehrte Richtung. Beim Bummeln über die Promenade kamen wir dabei an einer Menge Bars und Straßenkünstlern vorbei bis zum Crown Casino. Von der Neugier gepackt haben wir dann mit Flip Flops und ganz ohne Kleiderordnung einen Blick in die größte Spielhölle Australiens riskiert: Aber nur schauen, nicht anfassen – wir brauchen für die nächste Wochen ja noch was Geld!

Am zweiten Tag ging es nach St. Kilda. Auf die Spuren unserer lieben Freundin Laura, die hier vor ein paar Jahren eine Zeit lang gelebt hat. Und wir konnten verstehen, dass man sich in diesem kleinen Städtchen, direkt am Meer, richtig wohlfühlen kann. St. Kilda eignet sich gut für einen Strandspaziergang oder einen Besuch der vielen Restaurants und Cafes, die sich entlang der Fitzroy Street nahe der Strandpromenade aufreihen. Als weiteres Highlight besitzt St. Kilda eine Zwerg-Pinguin-Kolonie. Mit etwas Glück kann man am Ende des St. Kilda Piers Pinguine bestaunen. Und wir hatten Glück! Wir fanden einige wenige Pinguine, die sich einen ruhigen und geschützten Platz zwischen den Felsen gesucht hatten.

Zurück in der Stadt sind wir durch Melbournes Straßen geschlendert. In der Innenstadt kommt man sehr gut zu Fuß zu recht. Und es gab dabei viel zu sehen! Der Stadtkern von Melbourne bietet eine interessante Kombination aus viktorianischen Prachtbauten und modernen Wolkenkratzern verbunden mit vielen kleinen Gassen, den sogenannten „Laneways“. Besonders gefallen hat uns die Bibliothek gegenüber der Technischen Universität mit dem großen Kuppelsaal. Da möchte man am liebsten wieder Student sein.

Studentenmäßig sind wir dann in die Cinema Rooftop Bar, haben dort unser Bier getrunken und sind dann zu unserem Lieblingsplatz, um das nächste Tennis-Match zu schauen.

Unser dritter und letzter Tag sollte geprägt sein durch den Australia Day. Nachdem wir uns die Parade durch die Stadt angesehen hatten, ging es in die Gärten von Melbourne. Dort wurden viele Stände und Oldtimer aufgebaut. Zudem gab es eine Kunstflug-Einlage mit 6 Flugzeugen, die mit ungeheurem Lärm über unseren Köpfen hinwegsausten. Echt toll! Wie schon bei der Parade wurde es jedoch mit der Zeit viel zu voll. Pünktlich zum Feiertag wurde es auch richtig heiß und so ging es zum Entspannen dann erstmal mit einem Frapucchino an – na wohin genau – richtig, an den Federation Square. Um den Feiertag würdig abzuschließen, sind wir dann zur Abendveranstaltung mit Bühne, Bands, Food Trucks und wieder mal vielen Leuten in die Docklands gelaufen. Ein großes Feuerwerk beendete dann den Feiertag gebührend und war für uns ein toller Abschied aus der Stadt.

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20.01.-23.01.16 Sydney

„Auf in die Großstadt“

Nur 3,5 Stunden Flug und wir waren in Sydney. Wie die meisten Besucher beschränkten wir uns nach unserer Ankunft auf den relativ kleinen Bereich rund um den Hafen (die Oper, die Harbour Bridge, das Hafenviertel “The Rocks” und die Circular Quays). In diesem Teil hatte die Stadt ihren Ursprung.

Unser Hotel „Park 8“ am Hyde Park war sehr zentral mitten im Business District gelegen, so dass wir die Circular Quays nach einem 15 minütigen Fußmarsch schnell erreichten. Die Ablegestelle ist das Herz des Hafenviertels, von wo aus im Minutentakt Fähren zu den verschiedenen Buchten, Stränden und Inseln Sydneys fahren. Kaum eine andere Stadt liegt wohl so privilegiert am Wasser wie Sydney.

Entlang des Hafenbeckens auf der rechten Uferseite gelangt man nach wenigen Metern direkt zur Oper Sydneys, dem wohl bekanntesten und auch imposantesten Gebäude der Stadt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens erstreckt sich das alte Hafenviertel The Rocks, von wo wir den Kleiderbügel (Harbour Bridge) entlang spazierten. Abenteuerlustige können dagegen den großen Bogen der Brücke entlang klettern. Auch ohne zu klettern, bot sich uns von der Brücke ein toller Ausblick auf Oper und Skyline der Stadt.

Den Rest des Tages unternahmen wir einen Streifzug durch China Town und nach Darling Harbour. Darling Harbour ist ein Vergnügungsviertel mit zahlreichen Hotels, Restaurants, Theatern, Museen und Unterhaltungszentren (Sea Life, Madame Tussaud etc.), das westlich des Stadtzentrums liegt. Insbesondere am Wochenende ist der Stadtteil sehr belebt und ein Treffpunkt, um abends was Essen und Trinken zu gehen. Jeden Samstag gibt es hier im Sommer außerdem ein Feuerwerk, um das Wochenende zu feiern. Sehr sympathisch, diese Sydnesider!

Den schönsten Ausblick auf die Oper sollten wir jedoch am nächsten Tag präsentiert bekommen. Denn am zweiten Tag in Sydney fuhren wir mit der Fähre durch den Hafen zum gemütlichen Manly. Der Stadtteil Manly hat den Charakter einer Kleinstadt und besitzt mit seiner exklusiven Lage am Wasser gleich mehrere Traumstrände, die insbesondere bei Surfern beliebt sind. Auch uns haben die Strände sehr beeindruckt. Ausklingen lassen haben wir unseren Besuch in einer kleinen Brauerei namens 4Pines, die unserer Meinung nach ausgezeichnete, wenn nicht sogar die besten Biere der Stadt braut (unter anderem Kölsch und Weizen, aber auch Pale Ale).

Bevor es dann am Abend wieder für uns zurück ins Hotel ging, stand noch ein kurzer Abstecher in eine kleine Straße am Angels Place Mitten in der City auf dem Programm. Dort erklingt Vogelgesang aus (leeren) Käfigen, die in 10 Meter Höhe zwischen den pittoresken Gebäuden der Straße aufgehängt wurden. Eine großartige Idee!

Den dritten Tag starteten wir mit einem Ausflug an den legendären Bondi Beach. Der Bondi ist gegenüber dem Manly Beach einfach mit dem Bus aus dem City Center innerhalb 25 Minuten zu erreichen. Am Bondi Beach angekommen, sind wir zunächst auf zum Icebergs, einem Club mit türkisfarbenen Heeresfreibad. Natürlich sind wir dem Club beigetreten. Von dort ließen sich wunderbar die Surfer bei einer Tasse Kaffee beobachten. Wieder zurück in Sydney City unternahmen wir noch einen Streifzug in den Stadtteil King’s Cross, der fußläufig von unserem Hotel erreichbar war. Das Viertel zeichnet sich durch eine bizarre Mischung aus Nachtclubs, Drogen und Prostitution, Backpacker-Hostels, feinen Restaurants und Cafes aus. Ironischerweise ist „The Cross“ eine alkoholfreie Zone und eines der besten Ausgehviertel in Sydney. Hier herrscht reger Betrieb rund um die Uhr. Wer gern die Nacht zum Tag macht, ist hier bestens aufgehoben.

Nachdem wir in den ersten Tagen die Hot Spots Sydneys beackert hatten, sah die Tagesordnung am letzten Tag den Stadtteil Newtown vor, um zumindest ein bisschen wahres Flair zu schnuppern. Newtown ist etwas ab vom Center und kann als Kiez vergleichbar mit Kreuzberg oder Schanzenviertel beschrieben werden, nur eben auf australisch. Tattoos, vor allem auf den Oberschenkeln, Petit Coats sowie bunte Haare waren nicht selten zu sehen.

Wir verabschiedeten uns von Sydney, indem wir uns die Stadt vom Westfield Tower aus nochmal von oben angeschaut haben. Da kommt die ganze Größe und Lage der Stadt erstmal richtig zum Vorschein. Gute Nacht Sydney und bis bald mal wieder!

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19.01.16 Kaikoura – Christchurch

„Die Suche nach Moby Dick“

Der letzte Morgen in Neuseeland sollte uns doch Glück bringen: Die Whale Watching Tour vom gestrigen Tag konnte nachgeholt werden. Zu viert (wir zwei plus Pilot und Co-Pilot) ging es in einer kleinen Propellermaschine ca. 45 Minuten über das Wasser. Wenn man Fliegen verträgt, eine ausgezeichnete Alternative zu langen und holprigen Bootsfahrten, um Wale zu sehen.

In den Küstengewässern von Kaikoura kommen Pottwale ganzjährig vor. Die Population hat eine Stärke von 20-30 Tieren, die sich vor allem im Winter hier aufhalten und sich der Küste auf ca. 2km nähern.

Auch wir wurden belohnt: Wir konnten einen Pottwal sehen!  Und das Wasser war so klar, dass wir ihn vollumfänglich sehen konnten und nicht nur seinen Buckel, wie es oft von Schiffen aus der Fall ist. Dabei war besonders gut zu erkennen, wie der Wal Wasserfontänen durch sein Atemloch in die Luft blies. Nachdem wir den Wal ca. 5 Minuten in 50m Höhe umkreist hatten, setzte er zu seinem Tauchgang an und das letzte was wir von ihm sahen, war die mächtige Schwanzflosse, die hoch aus dem Wasser stand.

Der Flug hatte sich also gelohnt: Der Wal war groß – groß – großartig. Ein paar springende Delfine gab es zum Abschluss auch noch oben drauf.

Für den Rest des Tages stand die Fahrt nach Christchurch und die Abgabe des Campers auf dem Programm. Beides vollzog sich ereignis- und problemlos. Anschließend sind wir nochmal durch das City Center der Geisterstadt gelaufen und siehe da: Diese Stadt lebte. Es waren Menschen zu sehen und all die leeren Plätze vom ersten Abend waren besucht. Das gab der Stadt ein ganz anderes Flair. Auf den Baustellen wurde gearbeitet und wir merkten, dass sich in Christchurch wirklich etwas bewegt.

Neuseeland – Du warst großartig. Atemberaubend. Einfach nur wunderschön und hast uns jeden Tag aufs Neue überrascht. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und kommen bestimmt wieder.

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18.01.2016 Picton – Kaikoura

„Rainy Day“

Neuseeland verabschiedet sich am letzten Campertag mit 24 Stunden Regen von uns. Und das obwohl uns die heutige Reise am Vormittag durch die selbsternannte Hauptstadt des Sonnenscheins, Blenheim, mit ihren Weinbergen führte.

Für den Nachmittag war in Kaikoura eine Whale Watching Tour per Flugzeug geplant, die aufgrund des Wetters leider abgesagt wurde. Mit spontanen Flügen haben wir anscheinend kein Glück!

Auch unser Vorhaben, an einem empfohlenen Verkaufsstand an der Küste lecker Hummer zu essen, ist leider nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Denn dieser war auf Rädern und machte unmittelbar vor unserer Ankunft Feierabend und fuhr davon, so dass wir nur noch die Rücklichter sahen.

Der Weg dort hin hatte sich trotzdem gelohnt, weil wir nur ein paar Meter weiter Robben aus nächster Nähe beobachten konnten. Und auch zu Abend hatten wir noch ein nettes Restaurant mit Sea Food gefunden.

Nun heißt es das erste Mal seit 2 Wochen packen!

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17.01.2016 Marahau – Picton

„Welcome to Tourism Radio“

 Mit diesen Worten werden wir jeden Morgen seit Beginn unserer Reise mit dem Camper durch unser externes Radio begrüßt. Das mit GPS ausgestattete Radio, das sogar gegenüber herkömmlichen Radios in der tiefsten Wildnis funktioniert, liefert dabei nicht nur wirklich gute (Rock-) Musik, sondern beinhaltet zudem noch einen Travel Guide. Sobald wir uns auf der Strecke einem Point of Interest nähern, folgen eingeläutet durch einen Gong ausführliche Informationen zu der Sehenswürdigkeit und wir können flexibel entscheiden, ob wir einen Halt einlegen. Der Tourism Radio Travel Guide ist absolut zu empfehlen und sollte unserer Meinung nach zur Grundausstattung eines jeden Campers im Kiwiland gehören.

Der erste Point of Interest, auf den uns der Travel Guide auf unserer heutigen Etappe aufmerksam gemacht hat, war der kleine Küstenort Nelson.  Nelson ist angeblich der Mittelpunkt Neuseelands, was sich bei genauerem Hinsehen zwar als falsch erweist, die Bewohner jedoch nicht davon abhielt, ein Monument an einem der besten Aussichtspunkte der Stadt zu errichten. Die fruchtbare Region um Nelson wird charakterisiert durch Obst- und Tabakplantagen, die sich mit Weinbergen und Hopfengärten abwechseln.

Nachdem wir Nelson hinter uns gelassen hatten, haben wir uns auf die Reise nach Picton, unserem heuten Etappenziel gemacht. Picton ist der wichtigste Ort der wildromantischen Malborough Sounds, ein ausgedehntes Netzwerk aus Wasserwegen, Halbinseln und Bergen an der Nordostspitze der Insel. Wichtigstes Transportmittel in den Sounds ist das Schiff (Wassertaxis). So unterhalten verschiedene Firmen einen regelrechten Liniendienst, der sowohl Post, Touristen als auch die nötigen Einkäufe der Bewohner mit sich führt.

Auf halber Strecke nach Picton legten wir mit dem Camper, natürlich unterstützt durch unseren Radio Guide, noch einen Stopp in dem kleinen Örtchen Havellock am malerischen Mahau Sound ein. Havellock ist bekannt für seine grünen Muscheln, so dass sich dieser Stopp wunderbar mit einem kleinen Mittagessen verbinden ließ.

In Picton angekommen, wurde das kleine Örtchen mit seinem Fährhafen zunächst ausgekundschaftet. Leider hatten wir nicht die Zeit mit der Fähre nach Wellington auf die Nordinsel überzusetzen, zumal wir die Tickets drei Tage im voraus hätten kaufen müssen. Stattdessen ließen wir den Tag mit einem Pale Ale in der Sonne ausklingen und vereinbarten, irgendwann wiederzukommen, um die Nordinsel zu bereisen. Natürlich mit Tourism Radio!

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16.01.2016 Abel Tasman National Park

„The blue Pinguin und wie alles im Takt läuft“

Den Tag haben wir auf dem Wasser verbracht. Wir haben eine geführte Tagestour mit dem Kajak namens „Paradise Island“ gebucht und waren alleine mit unserem Guide Sally. Perfekt! Sally war super und da wir nur alleine waren, waren wir komplett flexibel und konnten die Tour nach unseren Wünschen gestalten.

Kajak macht Spaß! Während Sally in einem „Einsitzer“ paddelte, durften wir uns einen Zweisitzer mit anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten teilen. „Rechts, das andere rechts“, “Wie lenke ich denn? Und wer lenkt überhaupt?“ Nach ersten Versuchen kamen wir dann sicher über das Wasser und teilweise durch die Wellen vorbei an Kormoranen, Seelöwen und sogar einem blauen Pinguin.

In Summe sind wir 18km gepaddelt und haben heute mal was für die Arme und nicht die Beine getan. Ein toller Sport!

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15.01.16 Westport – Marahau

„Bridging Day“

Unsere heutige Etappe führte uns nach Marahau, einem kleinen Küstenort im Norden der Südinsel, der das Tor zum Abel Tasman National Park darstellt und in dem wir zwei Nächte verweilen würden.

Da dieser Tag jedoch fast nur aus Fahrerei bestand, gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Außer dass die Landschaft mal wieder atemberaubend war und so wirklich jede noch so anstrengende Fahrt hier zu einem Erlebnis macht.

In Marahau angekommen, haben wir den späten Nachmittag noch dazu genutzt, den ersten Teil des Abel Tasman Tracks zu laufen. Ein sehr schön angelegter Wanderweg durch einen dicht bewachsenen Wald mit goldgelben Sandstränden in kleinen, versteckten Buchten. Und das allerschönste war, dass wir in dieser sonnenverwöhnten Gegend kurze Kleidung tragen konnten. Nach dem Wind und Regen der ersten Woche eine völlig neue Erfahrung und eine wahre Freude.

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14.01.16 Franz Joseph – Westport

„Können wir starten?“

Wir wachten voller Erwartung auf und als erstes ging unser Blick gen Himmel und Berg. Etwas Nebel, aber auch streckenweise klare Sicht. Auch waren bereits Helis lautstark zu hören. Es dürfte demnach eigentlich nichts gegen einen Start sprechen. Eigentlich! Denn wir mussten am ca. 30 km entfernten Franz Joseph Glacier übernachten. Wie würde es wohl am Fox Glacier aussehen?

Aber heute sollten wir Glücksinder sein: Die Tour startete und war unglaublich. Nach kurzem Flug landeten wir auf dem Gletscher, schnallten Spikes unter die Schuhe und begannen unsere kleine Expedition auf dem Eis. Ein atemberaubendes Naturschauspiel mit Wasserfall, kristallblauem Gletscherwasser und kleinen Gletscherhöhlen. Das Warten hatte sich allemal gelohnt, denn das hätten wir nicht verpassen wollen.

Nachdem wir 3,5 Stunden später wieder im Tal gelandet waren, ging es schnell auf den Weg in Richtung Norden entlang der Westküste nach Westport. Eine ca. 3-4 stündige Fahrt, die wieder mal viele Kurven für uns bereit hielt.

Kurz vor Westport besichtigten wir noch die Pancake Rocks. Felsformationen, die wirklich wie gestapelte Pfannkuchen aussehen. Sehr beeindruckend. Gegen 21 Uhr kamen wir dann erschöpft auf dem Campingplatz an, noch pünktlich zum Sonnenuntergang, den wir uns aber trotzdem nicht nehmen ließen und uns am Strand anschauten. Heute passte einfach alles, ein absoluter Glückstag!

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13.01.2016 Wanka – Franz Joseph

„Nach Wind und Regen kommt Nebel und Eis“

Für den heutigen Tag hatten wir noch in Queenstown frühzeitig unsere „Heli Hike-Tour“ gebucht, um ja nichts den Zufall zu überlassen. Es sollte mit dem Helikopter auf den Gletscher gehen und eine Wanderung über das Eis folgen. Da die Tour für den heutigen Tag am Franz Joseph Glacier ausgebucht war, sind wir auf den etwas kleineren Fox Glacier ausgewichen, für den wir noch zwei Plätze ergattern konnten.

Beide Gletscher gehörten ursprünglich zusammen und liegen nur wenige Kilometer auseinander. Von den ca. insgesamt 3000 Gletschern in Neuseeland sind sie nicht nur die bekanntesten, sondern auch die größten. Sie liegen nur 300m überm Meeresspiegel und sind die einzigen Gletscher, die direkt an einem Regenwald angrenzen.

Um pünktlich am Mittag zum Start der Tour vor Ort sein zu können, mussten wir früh am Morgen starten. Die Strecke von Wanaka an die Westküste zum Fox Glacier führte uns zunächst durch den Aspiring National Park mit einem unveränderten Landschaftsbild vorbei an Gletscherseen und Bergen. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die „Westlands“ und die Landschaft änderte sich zu einem dicht bewachsenen Regenwald. Wir durchquerten den Regenwald parallel zu einem türkisfarbenen Fluss. Neben den unzähligen Serpentinen und Kurven wurde die Fahrt dabei durch die einspurigen Brücken erschwert, bei denen man immer auf Gegenverkehr achten musste. Nach insgesamt 5 Stunden Kurverei erreichten wir sodann rechtzeitig zum Start unseres neuen Abenteuers unser Ziel.

Freudig gingen wir zum Counter, wo man uns schnell mitteilte, dass der Start der Tour noch nicht mit Sicherheit bestätigt werden kann. Aufgrund des wechselhaften Wetters würde die Entscheidung erst 5 Minuten vor Abflug fallen, so dass für uns nur Warten und Hoffen übrig blieb. Nach kurzer Zeit, die uns aber wie eine Ewigkeit vorkam, trat dann der nicht für möglich gehaltene Fall ein und die Tour wurde tatsächlich aufgrund der schlechten Wetterlage gecancelt. Was für eine Enttäuschung!

Zwar konnten wir glücklicherweise den Flug auf den nächsten Tag umbuchen, doch zum einen schätzten wir, niedergeschlagen wie wir waren, die Aussicht auf besseres Wetter als nicht sehr hoch ein und zum anderen brachte die Umbuchung unsere Reiseplanung etwas durcheinander. Aber wir wollten unbedingten auf diesen Gletscher, wo wir doch jetzt schon hier waren und so nahmen wir die Ärgernisse notgedrungen in Kauf.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit kleinen Wanderungen an den Fuß des Franz Joseph und des Fox Gletschers und ruhten uns für den nächsten Morgen aus. Am Abend riss sogar der Nebel über dem Gletscher auf und am Horizont erschienen die schneebedeckten Berge um den Mount Cook, den mit 3724m höchsten Berg Neuseelands. Ein erster Hoffnungsschimmer!

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12.01.16 Queenstown – Wanaka

„Anschauen war gestern, durch den Canyon wandern heute“

Wir sind aktiv in den Tag gestartet und habe ihn mit einer 4 stündigen Canyoning-Tour begonnen. Die Tour war grandios: Nachdem wir mit Neoprenanzügen, Wasserschuhen und einer Life Jacket ausgerüstet wurden, wanderten und kraxelten wir durch einen eisigen Gebirgsfluss den Canyon hinunter, sprangen von 6m hohen Wasserfällen und seilten uns an Felswänden ab. Am Schluss floatete man noch das letzte Stück auf der Hose des Neoprenanzuges. Insgesamt ein nasses und vor allem eisigkaltes Vergnügen, aber auch eine tolle Erfahrung!

Anschließend sind wir ca. 1 Stunde weiter durchs Gebirge nach Wanaka gefahren, das traumhaft am gleichnamigen See umgeben von Bergen gelegen ist. Das Örtchen (ca. 3500 Einwohner) schien auf den ersten Blick nett und die Gegend ist bekannt für beeindruckende Wanderstrecken, aber außer zum Einkaufen hat unser Elan an diesem Tag für nichts mehr gereicht. Stattdessen haben wir uns um den Camper gekümmert und dieses mal klappte es gleich viel besser – auch ohne Handbuch!

Mit einer traumhaften Aussicht auf den See und die Berge steht der Camper nun sicher für die Nacht und wir erholen uns von den Erlebnissen des Tages.

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11.01.16 Milford Sound – Queenstown

„Auf in die Stadt des Nervenkitzels“

Ziel unserer heutigen Etappe war Queenstown, das wir nach einer 4 stündigen Fahrt erreichten. Dabei hat sich die Anreise durch eine Schafsherde auf dem Highway und einige Fotostopps etwas verzögert. Im Prinzip kann man in Neuseeland alle paar Minuten anhalten, um ein Foto zu schießen. Ständig werden Einem atemberaubende Fotomotive geboten, eines besser als das andere.

Queenstown liegt idyllisch in einem Tal am kristallklaren Lake Wakatipu umringt von eindrucksvollen Bergen. Auf der anderen Seite des Sees ragen die imposanten Remarkables hevor, eine prächtige Gerbirgskette, die auch Schauplatz für einige Szenen des Films „Der Herr der Ringe: Die Gefährten war“.

Die Hauptstadt der Abenteuer wird hauptsächlich aufgrund der Vielzahl an Action-Möglichkeiten besucht: White-Water Rafting, Jet Boating auf dem See und den Flüssen, Fallschirmspringen, Paragliding und Bungee-Jumping sind nur einige wenige Möglichkeiten zum Zeitvertreib.

Und so haben auch wir uns direkt nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz um unser Abenteuerprogramm gekümmert. Wir entspannen heute und suchen morgen unser Adrenalin, so dass wir den restlichen Tag bei einer Tasse Kaffee im „Hafen“ entspannen und das bunte Treiben auf dem Wasser beobachten konnten.

Zum Ausklang des Tages wurde dann Bob’s Peak auf dem anspruchsvollen Tiki Trail in einer Stunde erklommen, wo uns eine wirklich tolle Aussicht auf die Stadt bei Sonnenuntergang erwartete. Der Aufstieg war sehr anstrengend, aber es hat sich gelohnt und runter konnten wir zum Glück die Gondel nutzen.

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10.01.16 Te Anau – Milford Sound

„Auf den Spuren von Frodo & Co in Mittelerde“

Das erste Mal hatten wir in Neuseeland das Gefühl, mitten im Setting von „Herr der Ringe“ zu sein. Heute ging es für uns auf den Weg in den Milford Sound. Der Milford Sound ist ein Fjord, d.h. ein weit in das Festland hineinreichender Meeresarm. Hier wurde unter anderem der Teil des Films gedreht, in dem die Boote mit den Gefährten durch die Argonath fahren.

Nicht weniger imposant als der eigentliche Fjord ist bereits die Fahrt dorthin. Die Milford Road ist besonders kurvenreich und mit Anstiegen und Abfahrten versehen und führte uns 120 km durch eine ehrfurchterbietende Landschaft bestehend aus steilen Felshängen und Schluchten.

Obwohl es in dem Gebiet eine 80%ige Regenwahrscheinlichkeit gibt, hatten wir mal wieder Glück. Bei purem Sonnenschein konnten wir eine zweistündige Bootstour durch den Sound genießen. Dabei gab es gewaltige Wasserfälle zu beobachten, die die steilen Felswände hinunter ins Meer stürzten genauso wie Seelöwen und Pinguine. Ja, endlich Pinguine! Zwar nur zwei auf einem Felsvorsprung, aber immerhin.

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09.01.16 Invercagill – Te Anau

„Grün und Blau“

Der Start in den Tag wurde wieder begleitet von Wind und Regen. Wo ist er denn jetzt bloß, der verdammte Sommer?

Knapp zwei Stunden Fahrt durch eine raue Landschaft von grünen Wiesen verließen wir endlich die Südküste (und den Wind) und fuhren ins Landesinnere Richtung Fiordland. Kurz vor Te Anau hielten wir an einem See und waren überwältigt sowohl von den intensiven Blautönen des Sees als auch der Bergkulisse. Direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Sees beginnt das Fiordland und riesige Berge türmen sich steil auf.

Nach einem kurzen Kaffee ging es weiter zu unserem heutigen Zielort Te Anau. Te Anau ist ein 300 Seelen-Kaff und bildet das Tor zum Milford Sound. Das Leben hier wird bestimmt von Touristen, die in den Milford Sound fahren oder wandern. In Te Anau beginnt einer der Great Walks Neuseelands, der Milford Walk. Wir beschließen, ein erstes Teilstück des Keppler Tracks entlang des Te Anau Lakes zu wandern. Der gesamte Track dauert 3-4 Tage.  Die erste Etappe machte Lust auf mehr, aber die Zeit war leider zu knapp.

Am späten Nachmittag sind wir den unangenehmen Pflichten des Campings nachgegangen. Jetzt zeigte sich, wie gut wir bei der Einweisung aufgepasst hatten. Es galt, an der Dump Station Altwasser vom Camper abzulassen, Fresh Water aufzufüllen und den Tank der Toilette zu entsorgen. Insgesamt eine sehr unangenehme Aufgabe, die wir aber mit etwas Verbesserungspotenzial gut bewerkstelligt haben. Aber Übung macht den Meister und für die Frau wurde zum Glück das Handbuch erfunden.

Am Abend passend zum Schlafen gehen zog dann erneut eine frische Brise auf und wir waren wieder mal dankbar über unsere mitgebrachten Schlafsäcke.

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08.01.2016 Dunedin – Invercagil

„Wind & Wetter “

Der Weg von Dunedin nach Invercagil führte uns auf der Southern Scenic Route durch die Catlins, eine Region, die nicht nur von den Touristen eher gemieden wird.  Und wir merkten sofort warum: Das Wetter!

Das Wetter hier ist unberechenbar und nur der vierfache Zweibellook half. Sonne und Regen im ständigen Wechsel sowie permanenter, heftigster Wind machten uns zu schaffen.

Dennoch dürfen die Catlins als echter Geheimtipp gelten. Neben unzähligen Schafen haben sie auch Robben- und Seelöwenkolonien sowie Delphine und Pinguine zu bieten. Leider blieb uns auch hier der Kontakt mit Pinguinen und Delphinen verwehrt. Daneben gab es herrliche Sandstrände ebenso zu entdecken wie den einen oder anderen Spot (z.B. den Nugget Point, bei dem Felsen wie Goldstücke ins Wasser geworfen wirken oder mehrere kleinere Wasserfälle).

In der Nacht wurden wir dann im Camper vom Wind und Wetter nochmals so richtig durchgeschüttelt, so dass zumindest Yvonne fast kein Auge zu machen konnte. Alles war nass, feucht und kalt. Wir haben trotzt dicker Bettdecke zum ersten Mal in Schlafsäcken übernachtet.

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07.01.16 Christchurch – Dunedin

„Der erste Trip!“

Einmal an die Maße des Campers und den Linksverkehr gewöhnt, ging es heute auf nach Dunedin, mit ihren über 100.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt der Südinsel.

Die Reise nach Dunedin ging recht zügig von statten. Das lag daran, dass die Strecke relativ gerade und kurvenarm ist. Andererseits daran, dass die spektakulären Landschaften noch auf sich warten ließen und der Blick aus dem Fenster nur selten Anlass zum spontanen Zwischenstopp bot. Kleine Obststände an den Straßenrändern und viele Kühe und Schafe auf Feldern ließen jedoch ein heimisches Gefühl aufkommen. Zu den Sehenswürdigkeiten auf der Strecke zählten die „Drawings on the Wall“ der Maoris , bei denen wir aber schon zweimal hinschauen mussten, um etwas zu erkennen.  Und eine Pinguinkolonie in Oamaru, die wir leider aus Zeitgründen nicht besuchen konnten.

Dunedin liegt am Ansatz der Otago Halbinsel, zu der uns der Weg zunächst führte. Die direkt am Ufer entlangführende Straße bot uns dabei einen schönen Blick auf die Stadt und auf die von der Halbinsel geschützte Bucht. Auf der Halbinsel besichtigten wir das Lanarch Castle, das einzige Schloss Neuseelands, sahen Seelöwen aus nächster Nähe und entdeckten Albatrosse am Himmel. Bei Pinguinen hatten wir leider kein Glück, da diese erst am Abend an Land watscheln, wir jedoch schon wieder auf dem Weg nach Dunedin waren, wo wir unser Nachtlager aufschlagen sollten.

Dunedins Stadtbild ist geprägt durch seinen schottischen Charakter und der Universität. Aber auch wenn hier immerhin einige Studenten auf den Straßen und in den Cafés zu sehen waren, kann von Trubel auch in dieser Stadt nicht die Rede sein. Auch die Geschäfte hatten am späten Nachmittag bzw. frühen Abend bereits wieder geschlossen. Wann man arbeitet man hier eigentlich in diesem Land?

Insgesamt ein schöner Tag!

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06.01.2016 Christchurch

„Wir sind dann mal weg“

Die Abreise fiel schwer, doch die Vorfreude war groß. Nach ca. 30 Stunden endlich in Christchurch angekommen, holten wir als aller Erstes unseren Campervan ab. Ein 7m langer Sprinter mit Dusche und Toilette an Board, sah auf den ersten Blick ganz ordentlich, vor allem aber auch groß aus.  Zu Yvonnes Bedauern leider kein Mercedes, sondern ein VW.

Den ersten Fahrversuch haben wir dann auch unfallfrei, wenn auch etwas unsicher zum nächsten Supermarkt vollzogen. Nachdem wir direkt in einen Probealarm geraten sind (ganz schön viel Aufregung für die ersten paar Stunden mit neuseeländischem Boden unter den Füßen), konnten wir sodann sogar unseren Einkauf vollenden und uns endlich den spannenden Dingen widmen, dem Erkunden von Christchurch.

Je weiter wir ins Zentrum kamen, desto zahlreicher wurden die Baustellen. Christchurch gleicht seit dem Erdbeben vor ein paar Jahren einer Geisterstadt: Fast alles hat geschlossen, viele Bauten sind Großteils zerstört, Baustellen wohin man schaut und fast keine Leute auf der Straße.  Damit hatten wir nicht gerechnet, obwohl wir wussten, dass die Stadt durch das Erdbeben 2011 fast vollständig zerstört wurde. Die größte Stadt auf der Südinsel Neuseelands wird zwar nie wieder die alte sein, doch mit viel Kreativität entsteht eine neue City.  Stellvertretend hierfür stehen die Streetart und Re-START, ein Viertel mit Geschäften aufgebaut mit Schiffscontainern.

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Nach diesen Eindrücken haben wir uns für die erste Nacht im Camper vorbereitet, d.h. Tisch ab- und Bett aufgebaut, da nur für eins von beidem Platz ist. Beim ersten Aufbau war klar, dass ein Tisch im Camper überbewertet und das Bett die gesamte Reisezeit stehen bleiben wird.