Archiv der Kategorie: Kangaroo Island

31.01. – 03.02.16 Kangaroo Island

„Wild Life“

Die Wildnis ruft! Unsere Reise führte uns heute nach K-Island, die für ihre Vielfalt an Tierarten, unberührte Natur und Traumstrände bekannt ist.  K-Island ist die drittgrößte Insel Australiens und liegt rund 100 km südwestlich von Adelaide. Sie ist 145 km lang, bis zu 60 km breit und hat 4200 Einwohner. Man könnte also sagen, die Insel ist recht dünn besiedelt.

DSC_0648

Bevor wir allerdings einen Fuß auf die Insel setzten konnten, galt es an einem leicht bedeckten Morgen die etwas schauklige Überfahrt mit der Fähre von Cape Jervis nach Penneshaw, dem Ankunftsort auf K-Island, zu überstehen. Diesmal ohne Probleme!

DSC_0595 (1)

Angekommen auf K-Island haben wir sogleich Fahrt aufgenommen, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Unser Nachtlager sollten wir für die nächsten zwei Tage auf der anderen Seite der Insel (Süd-Westen) im ca. 120km entfernten Western K.I. Caravan Park mitten in der Wildnis aufschlagen. Und die Fahrt entlang der South Coast Road sollte es in sich haben:  Die Strecke war gespickt mit vielen einsamen Buchten und Stränden. Allerdings waren die Straßen nicht überall befestigt, so dass unser Camper auf Herz und Nieren geprüft wurde; aber den Test mit Bravur bestanden hat!

DSC_0725 (2)

Fährt man die Straße vom Fährhafen in Richtung Kingscote (größte Siedlung der Insel), so kommt man nach ein paar Kilometern am Island Beach vorbei, an dem wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten. Der Strand – wie alle anderen auch – lag abseits der „Hauptstraße“ und war nur über einen unbefestigten Weg durch den Busch erreichbar. Aber unsere Beschwerlichkeiten wurden belohnt. Auf uns wartete ein menschenleerer Strand mit feinem, weißen Sand und türkis-blauen, glasklaren Wasser.  Und dann – kaum zu glauben – schwammen doch tatsächlich zwei Delfine in Küstennähe durch die Bucht. Wir konnten unser Glück kaum fassen und fühlten uns wie im Paradies.

DSC_0622 (1)

Und im Anschluss warteten gleich zwei weitere Strände der Superlative auf uns. Dabei ist Pennington Bay im Süden der Insel extrem beliebt bei Surfern. Die Bucht hat einen weißen Sandstrand zwischen stark erodierten Felsen und es herrscht eine starke Strömung. In Vivonne Bay hingegen – auch an der Südküste, aber weiter im Westen – liegt das Wasser ruhig in der Bucht und überzeugt durch seine Farbe und den Korallen.

DSC_0847 (1)

Bevor wir den Campingplatz erreichten und der Tag sich langsam dem Ende neigte, besuchten wir noch eine Vogelschau. Man konnte unter anderem Eulen, Falken, Bussarde und Adler von Nahem sehen und sogar „halten“, wenn man sich denn traute. Wirklich nett gemacht.

DSC_0757

Genau wie unser Campingplatz, wo sich die Tierwelt uns ungezügelt präsentierte. Denn abends beim Gläschen Wein im Campingstuhl suchten uns Kängurus, Wallabys und Possums heim und kamen auf Tuchfühlung an uns heran. Natürlich in der Hoffnung, etwas Essbares abzustauben. Aber nicht mit uns! Außerdem gab es um den Campingplatz herum mehrere Koalas, Hühnergänse und Enchidas. Enchidas haben wir zum allerersten Mal gesehen. Sie sehen von Weitem aus wie Igel und schaufeln die Erde auf der Suche nach Nahrung wie ein Bagger zur Seite. Witzig anzusehen! Und beim Baggern scheinen die lieben Tiere alles um sich herum zu vergessen, so dass wir uns ihnen gut nähern konnten. Nachdem wir bisher fast nur tote Kängurus auf den Straßen gesehen hatten, war es für uns ebenfalls ein schönes Erlebnis, die Beuteltiere in freier Wildbahn so zahlreich und vor allem quicklebendig herumhüpfen zu sehen.

DSC_0213

DSC_0210 (1)

DSC_0858

DSC_0872

Am zweiten Tag stand der angrenzende Flinders Chase National Park auf dem Programm. Wir starteten unsere Tour mit einer Schnabeltiersuche. In der Nähe des Visitor Centers am Anfang des Parks startet der Wanderweg „Platypus Lookout“. Mit ein bisschen Glück und Ruhe soll man angeblich die Tiere beobachten können. Wir hatten leider weder das Eine noch das Andere und hätten uns am liebsten den wenig attraktiven Weg 2 Stunden durch den Busch erspart.

Doch unser Tag hatte noch ein paar wirkliche Highlights zu bieten. Zunächst ging es zu den Remarkable Rocks. Wenige Minuten nach unserer Schlappe mit dem Schnabeltier liefen wir mitten durch beeindruckende Felsformationen an einer Steilküste. Wind und Wetter sowie Salzwasser haben über Jahrhunderte diese eigenwillig geformten Felsböcke entstehen lassen. Besonders hat uns das Farbspiel der teilweise rötlich gefärbten Felsen und dem blauen Meer im Hintergrund gefallen.

DSC_0951

DSC_0980

Unweit dieser eigenartigen Felsformationen findet sich mit der sogenannten Admirals Arch eine Naturbrücke, die sich New Zealand Seals in großen Mengen zur Heimat gemacht haben. Die Pelzrobben sind ziemlich aktiv: sie schwimmen, springen und käbbeln sich wie die Weltmeister in den Wellen. Wir hätten noch Stunden dort verweilen und uns das Spektakel ansehen können.

DSC_0101

DSC_0113

DSC_0072

Der dritte Tag startet mal wieder mit Regen, Regen, Regen. Als wenn wir ihn schon fast vermisst hätten. Der Besuch eines Weinguts sollte uns den Tag retten. Aber nach 6km Offroad durch roten Sand standen wir vor geschlossener Türe und durften als weitere Belohnung erstmal das Auto waschen. Denn so hätten wir es niemals zurückgeben können. Auch Kingscote, wo wir die dritte Nacht auf der Insel verbrachten, wusste uns nicht zu überzeugen. Und so haben wir uns dazu entschlossen, dass dieser Tag der Entspannung im Camper dienen sollte und ein gutes Buch ja auch was für sich hat.

Unser Fazit:

K-Island ist eine Insel der Superlative. So viele Highlights hatten wir wahrlich nicht erwartet. Neben paradiesische Buchten gibt es viele einheimische Tiere in ihrer natürlichen Lebensumgebung zu entdecken. Trotzdem hätten zwei Nächte auf der Insel ausgereicht, was aber auch dem schlechten Wetter am Ende geschuldet sein kann. So oder so ist die Insel einen Besuch wert!

Zurück auf dem Festland am nächsten Tag ging für uns die Reise weiter nach Adelaide.