19.01.16 Kaikoura – Christchurch

„Die Suche nach Moby Dick“

Der letzte Morgen in Neuseeland sollte uns doch Glück bringen: Die Whale Watching Tour vom gestrigen Tag konnte nachgeholt werden. Zu viert (wir zwei plus Pilot und Co-Pilot) ging es in einer kleinen Propellermaschine ca. 45 Minuten über das Wasser. Wenn man Fliegen verträgt, eine ausgezeichnete Alternative zu langen und holprigen Bootsfahrten, um Wale zu sehen.

In den Küstengewässern von Kaikoura kommen Pottwale ganzjährig vor. Die Population hat eine Stärke von 20-30 Tieren, die sich vor allem im Winter hier aufhalten und sich der Küste auf ca. 2km nähern.

Auch wir wurden belohnt: Wir konnten einen Pottwal sehen!  Und das Wasser war so klar, dass wir ihn vollumfänglich sehen konnten und nicht nur seinen Buckel, wie es oft von Schiffen aus der Fall ist. Dabei war besonders gut zu erkennen, wie der Wal Wasserfontänen durch sein Atemloch in die Luft blies. Nachdem wir den Wal ca. 5 Minuten in 50m Höhe umkreist hatten, setzte er zu seinem Tauchgang an und das letzte was wir von ihm sahen, war die mächtige Schwanzflosse, die hoch aus dem Wasser stand.

Der Flug hatte sich also gelohnt: Der Wal war groß – groß – großartig. Ein paar springende Delfine gab es zum Abschluss auch noch oben drauf.

Für den Rest des Tages stand die Fahrt nach Christchurch und die Abgabe des Campers auf dem Programm. Beides vollzog sich ereignis- und problemlos. Anschließend sind wir nochmal durch das City Center der Geisterstadt gelaufen und siehe da: Diese Stadt lebte. Es waren Menschen zu sehen und all die leeren Plätze vom ersten Abend waren besucht. Das gab der Stadt ein ganz anderes Flair. Auf den Baustellen wurde gearbeitet und wir merkten, dass sich in Christchurch wirklich etwas bewegt.

Neuseeland – Du warst großartig. Atemberaubend. Einfach nur wunderschön und hast uns jeden Tag aufs Neue überrascht. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und kommen bestimmt wieder.

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18.01.2016 Picton – Kaikoura

„Rainy Day“

Neuseeland verabschiedet sich am letzten Campertag mit 24 Stunden Regen von uns. Und das obwohl uns die heutige Reise am Vormittag durch die selbsternannte Hauptstadt des Sonnenscheins, Blenheim, mit ihren Weinbergen führte.

Für den Nachmittag war in Kaikoura eine Whale Watching Tour per Flugzeug geplant, die aufgrund des Wetters leider abgesagt wurde. Mit spontanen Flügen haben wir anscheinend kein Glück!

Auch unser Vorhaben, an einem empfohlenen Verkaufsstand an der Küste lecker Hummer zu essen, ist leider nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Denn dieser war auf Rädern und machte unmittelbar vor unserer Ankunft Feierabend und fuhr davon, so dass wir nur noch die Rücklichter sahen.

Der Weg dort hin hatte sich trotzdem gelohnt, weil wir nur ein paar Meter weiter Robben aus nächster Nähe beobachten konnten. Und auch zu Abend hatten wir noch ein nettes Restaurant mit Sea Food gefunden.

Nun heißt es das erste Mal seit 2 Wochen packen!

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17.01.2016 Marahau – Picton

„Welcome to Tourism Radio“

 Mit diesen Worten werden wir jeden Morgen seit Beginn unserer Reise mit dem Camper durch unser externes Radio begrüßt. Das mit GPS ausgestattete Radio, das sogar gegenüber herkömmlichen Radios in der tiefsten Wildnis funktioniert, liefert dabei nicht nur wirklich gute (Rock-) Musik, sondern beinhaltet zudem noch einen Travel Guide. Sobald wir uns auf der Strecke einem Point of Interest nähern, folgen eingeläutet durch einen Gong ausführliche Informationen zu der Sehenswürdigkeit und wir können flexibel entscheiden, ob wir einen Halt einlegen. Der Tourism Radio Travel Guide ist absolut zu empfehlen und sollte unserer Meinung nach zur Grundausstattung eines jeden Campers im Kiwiland gehören.

Der erste Point of Interest, auf den uns der Travel Guide auf unserer heutigen Etappe aufmerksam gemacht hat, war der kleine Küstenort Nelson.  Nelson ist angeblich der Mittelpunkt Neuseelands, was sich bei genauerem Hinsehen zwar als falsch erweist, die Bewohner jedoch nicht davon abhielt, ein Monument an einem der besten Aussichtspunkte der Stadt zu errichten. Die fruchtbare Region um Nelson wird charakterisiert durch Obst- und Tabakplantagen, die sich mit Weinbergen und Hopfengärten abwechseln.

Nachdem wir Nelson hinter uns gelassen hatten, haben wir uns auf die Reise nach Picton, unserem heuten Etappenziel gemacht. Picton ist der wichtigste Ort der wildromantischen Malborough Sounds, ein ausgedehntes Netzwerk aus Wasserwegen, Halbinseln und Bergen an der Nordostspitze der Insel. Wichtigstes Transportmittel in den Sounds ist das Schiff (Wassertaxis). So unterhalten verschiedene Firmen einen regelrechten Liniendienst, der sowohl Post, Touristen als auch die nötigen Einkäufe der Bewohner mit sich führt.

Auf halber Strecke nach Picton legten wir mit dem Camper, natürlich unterstützt durch unseren Radio Guide, noch einen Stopp in dem kleinen Örtchen Havellock am malerischen Mahau Sound ein. Havellock ist bekannt für seine grünen Muscheln, so dass sich dieser Stopp wunderbar mit einem kleinen Mittagessen verbinden ließ.

In Picton angekommen, wurde das kleine Örtchen mit seinem Fährhafen zunächst ausgekundschaftet. Leider hatten wir nicht die Zeit mit der Fähre nach Wellington auf die Nordinsel überzusetzen, zumal wir die Tickets drei Tage im voraus hätten kaufen müssen. Stattdessen ließen wir den Tag mit einem Pale Ale in der Sonne ausklingen und vereinbarten, irgendwann wiederzukommen, um die Nordinsel zu bereisen. Natürlich mit Tourism Radio!

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16.01.2016 Abel Tasman National Park

„The blue Pinguin und wie alles im Takt läuft“

Den Tag haben wir auf dem Wasser verbracht. Wir haben eine geführte Tagestour mit dem Kajak namens „Paradise Island“ gebucht und waren alleine mit unserem Guide Sally. Perfekt! Sally war super und da wir nur alleine waren, waren wir komplett flexibel und konnten die Tour nach unseren Wünschen gestalten.

Kajak macht Spaß! Während Sally in einem „Einsitzer“ paddelte, durften wir uns einen Zweisitzer mit anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten teilen. „Rechts, das andere rechts“, “Wie lenke ich denn? Und wer lenkt überhaupt?“ Nach ersten Versuchen kamen wir dann sicher über das Wasser und teilweise durch die Wellen vorbei an Kormoranen, Seelöwen und sogar einem blauen Pinguin.

In Summe sind wir 18km gepaddelt und haben heute mal was für die Arme und nicht die Beine getan. Ein toller Sport!

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15.01.16 Westport – Marahau

„Bridging Day“

Unsere heutige Etappe führte uns nach Marahau, einem kleinen Küstenort im Norden der Südinsel, der das Tor zum Abel Tasman National Park darstellt und in dem wir zwei Nächte verweilen würden.

Da dieser Tag jedoch fast nur aus Fahrerei bestand, gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Außer dass die Landschaft mal wieder atemberaubend war und so wirklich jede noch so anstrengende Fahrt hier zu einem Erlebnis macht.

In Marahau angekommen, haben wir den späten Nachmittag noch dazu genutzt, den ersten Teil des Abel Tasman Tracks zu laufen. Ein sehr schön angelegter Wanderweg durch einen dicht bewachsenen Wald mit goldgelben Sandstränden in kleinen, versteckten Buchten. Und das allerschönste war, dass wir in dieser sonnenverwöhnten Gegend kurze Kleidung tragen konnten. Nach dem Wind und Regen der ersten Woche eine völlig neue Erfahrung und eine wahre Freude.

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14.01.16 Franz Joseph – Westport

„Können wir starten?“

Wir wachten voller Erwartung auf und als erstes ging unser Blick gen Himmel und Berg. Etwas Nebel, aber auch streckenweise klare Sicht. Auch waren bereits Helis lautstark zu hören. Es dürfte demnach eigentlich nichts gegen einen Start sprechen. Eigentlich! Denn wir mussten am ca. 30 km entfernten Franz Joseph Glacier übernachten. Wie würde es wohl am Fox Glacier aussehen?

Aber heute sollten wir Glücksinder sein: Die Tour startete und war unglaublich. Nach kurzem Flug landeten wir auf dem Gletscher, schnallten Spikes unter die Schuhe und begannen unsere kleine Expedition auf dem Eis. Ein atemberaubendes Naturschauspiel mit Wasserfall, kristallblauem Gletscherwasser und kleinen Gletscherhöhlen. Das Warten hatte sich allemal gelohnt, denn das hätten wir nicht verpassen wollen.

Nachdem wir 3,5 Stunden später wieder im Tal gelandet waren, ging es schnell auf den Weg in Richtung Norden entlang der Westküste nach Westport. Eine ca. 3-4 stündige Fahrt, die wieder mal viele Kurven für uns bereit hielt.

Kurz vor Westport besichtigten wir noch die Pancake Rocks. Felsformationen, die wirklich wie gestapelte Pfannkuchen aussehen. Sehr beeindruckend. Gegen 21 Uhr kamen wir dann erschöpft auf dem Campingplatz an, noch pünktlich zum Sonnenuntergang, den wir uns aber trotzdem nicht nehmen ließen und uns am Strand anschauten. Heute passte einfach alles, ein absoluter Glückstag!

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13.01.2016 Wanka – Franz Joseph

„Nach Wind und Regen kommt Nebel und Eis“

Für den heutigen Tag hatten wir noch in Queenstown frühzeitig unsere „Heli Hike-Tour“ gebucht, um ja nichts den Zufall zu überlassen. Es sollte mit dem Helikopter auf den Gletscher gehen und eine Wanderung über das Eis folgen. Da die Tour für den heutigen Tag am Franz Joseph Glacier ausgebucht war, sind wir auf den etwas kleineren Fox Glacier ausgewichen, für den wir noch zwei Plätze ergattern konnten.

Beide Gletscher gehörten ursprünglich zusammen und liegen nur wenige Kilometer auseinander. Von den ca. insgesamt 3000 Gletschern in Neuseeland sind sie nicht nur die bekanntesten, sondern auch die größten. Sie liegen nur 300m überm Meeresspiegel und sind die einzigen Gletscher, die direkt an einem Regenwald angrenzen.

Um pünktlich am Mittag zum Start der Tour vor Ort sein zu können, mussten wir früh am Morgen starten. Die Strecke von Wanaka an die Westküste zum Fox Glacier führte uns zunächst durch den Aspiring National Park mit einem unveränderten Landschaftsbild vorbei an Gletscherseen und Bergen. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die „Westlands“ und die Landschaft änderte sich zu einem dicht bewachsenen Regenwald. Wir durchquerten den Regenwald parallel zu einem türkisfarbenen Fluss. Neben den unzähligen Serpentinen und Kurven wurde die Fahrt dabei durch die einspurigen Brücken erschwert, bei denen man immer auf Gegenverkehr achten musste. Nach insgesamt 5 Stunden Kurverei erreichten wir sodann rechtzeitig zum Start unseres neuen Abenteuers unser Ziel.

Freudig gingen wir zum Counter, wo man uns schnell mitteilte, dass der Start der Tour noch nicht mit Sicherheit bestätigt werden kann. Aufgrund des wechselhaften Wetters würde die Entscheidung erst 5 Minuten vor Abflug fallen, so dass für uns nur Warten und Hoffen übrig blieb. Nach kurzer Zeit, die uns aber wie eine Ewigkeit vorkam, trat dann der nicht für möglich gehaltene Fall ein und die Tour wurde tatsächlich aufgrund der schlechten Wetterlage gecancelt. Was für eine Enttäuschung!

Zwar konnten wir glücklicherweise den Flug auf den nächsten Tag umbuchen, doch zum einen schätzten wir, niedergeschlagen wie wir waren, die Aussicht auf besseres Wetter als nicht sehr hoch ein und zum anderen brachte die Umbuchung unsere Reiseplanung etwas durcheinander. Aber wir wollten unbedingten auf diesen Gletscher, wo wir doch jetzt schon hier waren und so nahmen wir die Ärgernisse notgedrungen in Kauf.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit kleinen Wanderungen an den Fuß des Franz Joseph und des Fox Gletschers und ruhten uns für den nächsten Morgen aus. Am Abend riss sogar der Nebel über dem Gletscher auf und am Horizont erschienen die schneebedeckten Berge um den Mount Cook, den mit 3724m höchsten Berg Neuseelands. Ein erster Hoffnungsschimmer!

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12.01.16 Queenstown – Wanaka

„Anschauen war gestern, durch den Canyon wandern heute“

Wir sind aktiv in den Tag gestartet und habe ihn mit einer 4 stündigen Canyoning-Tour begonnen. Die Tour war grandios: Nachdem wir mit Neoprenanzügen, Wasserschuhen und einer Life Jacket ausgerüstet wurden, wanderten und kraxelten wir durch einen eisigen Gebirgsfluss den Canyon hinunter, sprangen von 6m hohen Wasserfällen und seilten uns an Felswänden ab. Am Schluss floatete man noch das letzte Stück auf der Hose des Neoprenanzuges. Insgesamt ein nasses und vor allem eisigkaltes Vergnügen, aber auch eine tolle Erfahrung!

Anschließend sind wir ca. 1 Stunde weiter durchs Gebirge nach Wanaka gefahren, das traumhaft am gleichnamigen See umgeben von Bergen gelegen ist. Das Örtchen (ca. 3500 Einwohner) schien auf den ersten Blick nett und die Gegend ist bekannt für beeindruckende Wanderstrecken, aber außer zum Einkaufen hat unser Elan an diesem Tag für nichts mehr gereicht. Stattdessen haben wir uns um den Camper gekümmert und dieses mal klappte es gleich viel besser – auch ohne Handbuch!

Mit einer traumhaften Aussicht auf den See und die Berge steht der Camper nun sicher für die Nacht und wir erholen uns von den Erlebnissen des Tages.

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11.01.16 Milford Sound – Queenstown

„Auf in die Stadt des Nervenkitzels“

Ziel unserer heutigen Etappe war Queenstown, das wir nach einer 4 stündigen Fahrt erreichten. Dabei hat sich die Anreise durch eine Schafsherde auf dem Highway und einige Fotostopps etwas verzögert. Im Prinzip kann man in Neuseeland alle paar Minuten anhalten, um ein Foto zu schießen. Ständig werden Einem atemberaubende Fotomotive geboten, eines besser als das andere.

Queenstown liegt idyllisch in einem Tal am kristallklaren Lake Wakatipu umringt von eindrucksvollen Bergen. Auf der anderen Seite des Sees ragen die imposanten Remarkables hevor, eine prächtige Gerbirgskette, die auch Schauplatz für einige Szenen des Films „Der Herr der Ringe: Die Gefährten war“.

Die Hauptstadt der Abenteuer wird hauptsächlich aufgrund der Vielzahl an Action-Möglichkeiten besucht: White-Water Rafting, Jet Boating auf dem See und den Flüssen, Fallschirmspringen, Paragliding und Bungee-Jumping sind nur einige wenige Möglichkeiten zum Zeitvertreib.

Und so haben auch wir uns direkt nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz um unser Abenteuerprogramm gekümmert. Wir entspannen heute und suchen morgen unser Adrenalin, so dass wir den restlichen Tag bei einer Tasse Kaffee im „Hafen“ entspannen und das bunte Treiben auf dem Wasser beobachten konnten.

Zum Ausklang des Tages wurde dann Bob’s Peak auf dem anspruchsvollen Tiki Trail in einer Stunde erklommen, wo uns eine wirklich tolle Aussicht auf die Stadt bei Sonnenuntergang erwartete. Der Aufstieg war sehr anstrengend, aber es hat sich gelohnt und runter konnten wir zum Glück die Gondel nutzen.

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10.01.16 Te Anau – Milford Sound

„Auf den Spuren von Frodo & Co in Mittelerde“

Das erste Mal hatten wir in Neuseeland das Gefühl, mitten im Setting von „Herr der Ringe“ zu sein. Heute ging es für uns auf den Weg in den Milford Sound. Der Milford Sound ist ein Fjord, d.h. ein weit in das Festland hineinreichender Meeresarm. Hier wurde unter anderem der Teil des Films gedreht, in dem die Boote mit den Gefährten durch die Argonath fahren.

Nicht weniger imposant als der eigentliche Fjord ist bereits die Fahrt dorthin. Die Milford Road ist besonders kurvenreich und mit Anstiegen und Abfahrten versehen und führte uns 120 km durch eine ehrfurchterbietende Landschaft bestehend aus steilen Felshängen und Schluchten.

Obwohl es in dem Gebiet eine 80%ige Regenwahrscheinlichkeit gibt, hatten wir mal wieder Glück. Bei purem Sonnenschein konnten wir eine zweistündige Bootstour durch den Sound genießen. Dabei gab es gewaltige Wasserfälle zu beobachten, die die steilen Felswände hinunter ins Meer stürzten genauso wie Seelöwen und Pinguine. Ja, endlich Pinguine! Zwar nur zwei auf einem Felsvorsprung, aber immerhin.

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09.01.16 Invercagill – Te Anau

„Grün und Blau“

Der Start in den Tag wurde wieder begleitet von Wind und Regen. Wo ist er denn jetzt bloß, der verdammte Sommer?

Knapp zwei Stunden Fahrt durch eine raue Landschaft von grünen Wiesen verließen wir endlich die Südküste (und den Wind) und fuhren ins Landesinnere Richtung Fiordland. Kurz vor Te Anau hielten wir an einem See und waren überwältigt sowohl von den intensiven Blautönen des Sees als auch der Bergkulisse. Direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Sees beginnt das Fiordland und riesige Berge türmen sich steil auf.

Nach einem kurzen Kaffee ging es weiter zu unserem heutigen Zielort Te Anau. Te Anau ist ein 300 Seelen-Kaff und bildet das Tor zum Milford Sound. Das Leben hier wird bestimmt von Touristen, die in den Milford Sound fahren oder wandern. In Te Anau beginnt einer der Great Walks Neuseelands, der Milford Walk. Wir beschließen, ein erstes Teilstück des Keppler Tracks entlang des Te Anau Lakes zu wandern. Der gesamte Track dauert 3-4 Tage.  Die erste Etappe machte Lust auf mehr, aber die Zeit war leider zu knapp.

Am späten Nachmittag sind wir den unangenehmen Pflichten des Campings nachgegangen. Jetzt zeigte sich, wie gut wir bei der Einweisung aufgepasst hatten. Es galt, an der Dump Station Altwasser vom Camper abzulassen, Fresh Water aufzufüllen und den Tank der Toilette zu entsorgen. Insgesamt eine sehr unangenehme Aufgabe, die wir aber mit etwas Verbesserungspotenzial gut bewerkstelligt haben. Aber Übung macht den Meister und für die Frau wurde zum Glück das Handbuch erfunden.

Am Abend passend zum Schlafen gehen zog dann erneut eine frische Brise auf und wir waren wieder mal dankbar über unsere mitgebrachten Schlafsäcke.

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08.01.2016 Dunedin – Invercagil

„Wind & Wetter “

Der Weg von Dunedin nach Invercagil führte uns auf der Southern Scenic Route durch die Catlins, eine Region, die nicht nur von den Touristen eher gemieden wird.  Und wir merkten sofort warum: Das Wetter!

Das Wetter hier ist unberechenbar und nur der vierfache Zweibellook half. Sonne und Regen im ständigen Wechsel sowie permanenter, heftigster Wind machten uns zu schaffen.

Dennoch dürfen die Catlins als echter Geheimtipp gelten. Neben unzähligen Schafen haben sie auch Robben- und Seelöwenkolonien sowie Delphine und Pinguine zu bieten. Leider blieb uns auch hier der Kontakt mit Pinguinen und Delphinen verwehrt. Daneben gab es herrliche Sandstrände ebenso zu entdecken wie den einen oder anderen Spot (z.B. den Nugget Point, bei dem Felsen wie Goldstücke ins Wasser geworfen wirken oder mehrere kleinere Wasserfälle).

In der Nacht wurden wir dann im Camper vom Wind und Wetter nochmals so richtig durchgeschüttelt, so dass zumindest Yvonne fast kein Auge zu machen konnte. Alles war nass, feucht und kalt. Wir haben trotzt dicker Bettdecke zum ersten Mal in Schlafsäcken übernachtet.

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07.01.16 Christchurch – Dunedin

„Der erste Trip!“

Einmal an die Maße des Campers und den Linksverkehr gewöhnt, ging es heute auf nach Dunedin, mit ihren über 100.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt der Südinsel.

Die Reise nach Dunedin ging recht zügig von statten. Das lag daran, dass die Strecke relativ gerade und kurvenarm ist. Andererseits daran, dass die spektakulären Landschaften noch auf sich warten ließen und der Blick aus dem Fenster nur selten Anlass zum spontanen Zwischenstopp bot. Kleine Obststände an den Straßenrändern und viele Kühe und Schafe auf Feldern ließen jedoch ein heimisches Gefühl aufkommen. Zu den Sehenswürdigkeiten auf der Strecke zählten die „Drawings on the Wall“ der Maoris , bei denen wir aber schon zweimal hinschauen mussten, um etwas zu erkennen.  Und eine Pinguinkolonie in Oamaru, die wir leider aus Zeitgründen nicht besuchen konnten.

Dunedin liegt am Ansatz der Otago Halbinsel, zu der uns der Weg zunächst führte. Die direkt am Ufer entlangführende Straße bot uns dabei einen schönen Blick auf die Stadt und auf die von der Halbinsel geschützte Bucht. Auf der Halbinsel besichtigten wir das Lanarch Castle, das einzige Schloss Neuseelands, sahen Seelöwen aus nächster Nähe und entdeckten Albatrosse am Himmel. Bei Pinguinen hatten wir leider kein Glück, da diese erst am Abend an Land watscheln, wir jedoch schon wieder auf dem Weg nach Dunedin waren, wo wir unser Nachtlager aufschlagen sollten.

Dunedins Stadtbild ist geprägt durch seinen schottischen Charakter und der Universität. Aber auch wenn hier immerhin einige Studenten auf den Straßen und in den Cafés zu sehen waren, kann von Trubel auch in dieser Stadt nicht die Rede sein. Auch die Geschäfte hatten am späten Nachmittag bzw. frühen Abend bereits wieder geschlossen. Wann man arbeitet man hier eigentlich in diesem Land?

Insgesamt ein schöner Tag!

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06.01.2016 Christchurch

„Wir sind dann mal weg“

Die Abreise fiel schwer, doch die Vorfreude war groß. Nach ca. 30 Stunden endlich in Christchurch angekommen, holten wir als aller Erstes unseren Campervan ab. Ein 7m langer Sprinter mit Dusche und Toilette an Board, sah auf den ersten Blick ganz ordentlich, vor allem aber auch groß aus.  Zu Yvonnes Bedauern leider kein Mercedes, sondern ein VW.

Den ersten Fahrversuch haben wir dann auch unfallfrei, wenn auch etwas unsicher zum nächsten Supermarkt vollzogen. Nachdem wir direkt in einen Probealarm geraten sind (ganz schön viel Aufregung für die ersten paar Stunden mit neuseeländischem Boden unter den Füßen), konnten wir sodann sogar unseren Einkauf vollenden und uns endlich den spannenden Dingen widmen, dem Erkunden von Christchurch.

Je weiter wir ins Zentrum kamen, desto zahlreicher wurden die Baustellen. Christchurch gleicht seit dem Erdbeben vor ein paar Jahren einer Geisterstadt: Fast alles hat geschlossen, viele Bauten sind Großteils zerstört, Baustellen wohin man schaut und fast keine Leute auf der Straße.  Damit hatten wir nicht gerechnet, obwohl wir wussten, dass die Stadt durch das Erdbeben 2011 fast vollständig zerstört wurde. Die größte Stadt auf der Südinsel Neuseelands wird zwar nie wieder die alte sein, doch mit viel Kreativität entsteht eine neue City.  Stellvertretend hierfür stehen die Streetart und Re-START, ein Viertel mit Geschäften aufgebaut mit Schiffscontainern.

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Nach diesen Eindrücken haben wir uns für die erste Nacht im Camper vorbereitet, d.h. Tisch ab- und Bett aufgebaut, da nur für eins von beidem Platz ist. Beim ersten Aufbau war klar, dass ein Tisch im Camper überbewertet und das Bett die gesamte Reisezeit stehen bleiben wird.